der typ wird mir als philosoph, schamane (?), denker, und weiß der geier was sonst noch alles, vorgestellt. zwei minuten später höre ich seinen ersten satz und der lautet in etwa so: „die amerikaner haben keine kultur, da war ich bei einem … und da haben sie den sekt in plastikbechern ausgeschenkt, wahnsinn oder!?“ ächz, gähn, bitte nochmal denken, mister! – wenig später stellt sich heraus, als kulturbeurteilungsbeauftragter ist unser freund ganz besonders gut geeignet, zumal er experte für österreichs kulturquelle nummer 1, mozart ist.
im „kulturbierzelt“ österreich singt dj ötzi mit hias den musikantenstadl-walzer, zu jedem fingerhut kaffee um € 3,50 gibt’s ein glas wasser gratis, und in irgendeinem museum hängen sicher noch ein paar arisierte schiele oder ähnliches herum die (noch) uns gehören. eigentlich gründe genug, „uns“ als höhepunkt abendländischer kultur zu sehen, oder!? und wenn das nicht reicht, können wir immer noch stolz auf diverse größen verweisen, die seit 100-200 jahren in der kiste liegen. wenn das kein kultureller vorsprung ist…!
brogdingnagg - 4. Mai, 17:14

heutzutage gewinnt die gute alte sanduhr offenbar zusehends wieder an bedeutung...
brogdingnagg - 8. Apr, 20:14
absolut sch…, um 23 uhr 30 aufzuhören zu arbeiten und um 8 uhr schon wieder anzufangen. bei 2 stunden fahrzeit und 1,5 stunden für ins bzw. aus dem bett robben, zahnbürste suchen und kaffee reinwürgen bleiben nur mehr knappe 5 stunden im reich der träume – viel zu wenig – gähhn!
was genau gefällt mir an diesem job überhaupt?
brogdingnagg - 30. Mär, 13:06

auch auf die gefahr hin, all jene zu enttäuschen die gedacht haben, das thema sei längst schon erledigt und vom tisch: vergangenen freitag bekam ich den folgenden schönen satz zu hören:
„ich sehe, sie haben viel gelernt - schreiten sie zum letzten akt ihres studiums: tafel löschen!“ ...und das war’s dann.
nach einer schier ewig langen zeit voll mit vorlesungen, seminaren, lernen, geprüft werden, exkursion fahren, vorträge halten, übungen rechnen, tests schreiben, pläne zeichnen, recherchieren, schreiben, lesen lassen, korrigieren, dazuschreiben, faul sein und schlechtes gewissen haben, wieder korrigieren, liegen lassen und letztlich doch noch fertig korrigieren, binden lassen, zig formulare ausfüllen und unterschreiben – ist es doch noch gelungen die punzierung „ewiger stundent“ abzuwerfen.
lange hat’s gedauert (für die akademische karriere eindeutig zu lange) … die freude und die erleichterung ist trotzdem groß.
der mühlstein, der um den hals hing ist abgefallen.
brogdingnagg - 22. Mär, 21:00

die vogelgrippe sorgt für aufregung. nachdem gestern bekannt wurde, dass nun auch schon katzen der heimtükischen entenverkühlung zum opfer fallen, ist auch im hause brogdingnagg die große h5n1-hysterie ausgebrochen. in allen räumen wurden seuchenteppiche ausgelegt, geduscht wird ab sofort nur mehr mit desinfektionsmittel, jede/r die/der einen toten vogel angreift muss sofort die hände in kochendes wasser tauchen und für 8 minuten dort belassen. einzig spock bringt dem wort „stallpflicht“ so überhaupt kein verständnis entgegen und besteht lauthals darauf, sich ihrer olfaktorisch äußerst dauerhaften stoffwechselprodukte lieber unter freiem himmel entledigen zu dürfen, und sei es auch in unmittelbarer nähe eines virusstrotzenden schwankadavers.
brogdingnagg - 1. Mär, 16:04
um ein busprolo zu sein, muss man zumindest satte 150 kilo auf die wagge bringen, besser noch etwas mehr. dieses gewicht sollte sich zu 70% im bauchbereich ansiedeln, nur so ist man in der lage, die für busprolos typische sitzhaltung einzunehmen. nachdem sich der busprolo an allen fahrgästen die den bus rechtzeitig verlassen wollen vorbei, in den bus gerempelt hat, lässt er sich schnaufend auf einen gangsitz fallen. busprolos sitzen nie am fenster, sie könnten sonst in die versuchung kommen hinauszuschauen und von umgebungsanblicken beeinträchtigt werden. bekleidet ist der busprolo idealer weise mit einem trainingsanzug aus dem kastner&öhler katalogsortiment von frühjahr 1987 in unaufdringlichen pastelltönen, selbige sind schön anzusehen, praktisch und bei nicht zu häufigem waschen beinahe unbegrenzt haltbar. privilegiertere busprolos tragen ähnliche trainingsanzüge aus sondereditionen mit aufgesticktem vereinslogo á la „sk pfostendorf an der jauchen“ oder ähnlichen, aber dies ist nicht unbedingt erforderlich.
hat der busprolo nun den gewählten gangsitz und ein drittel des nicht immer unbesetzten nebensitzes in besitz genommen, so steckt er die eine hand in die tasche der trainingsanzugsjacke und lässt sie dort verweilen. dies dient zum einen dazu, den nagenden zweifel zu beruhigen, ob denn die kleine
underberg-flasche für unterwegs immer noch heil und auch dort ist, wo sie sein soll (nämlich in der jackentasche) und zum anderen dazu, die nieren des sitznachbarn sanft mit dem massigen ellenbogen zu massieren, was wiederum die präsenz des busprolos eindrücklich mainfestiert. seine beine stellt der busprolo im sitzen möglichst weit auseinander, um einerseits zu verhindern, dass durch den nach unten hängenden bauch ein blutstau im oberschenkel entsteht und andererseits um ein überhitzen der vermeintlich in übergröße vorhandenen weichteile zu verhindern. (der fussraum vor dem sitz ist nun gänzlich vom busprolo eingenommen, „aber der spargeltarzan daneben kann sich seine füße ja um den hals hängen, wenn er zu wenig platz hat!“)
und so sitzt der busprolo nun, starrt selbstzufrieden unter seinem, von einem kettensägenhersteller ausgegebenen werbe-kapperl geradeaus und verdaut ebenso unüberhör- wie unüberriechbar seinen letzten underberg…
brogdingnagg - 23. Feb, 12:47
nach den sündteuren nudelnmitsauce gelüstete es v. zuletzt wieder einmal nach den blau-roten gummischlümpfen, die angeblich essbar sind und die sie laut eigener aussage sonst noch nirgends bekommen hat – überall nur nachgemachte grauslichkeiten mit abzulehnender konsistenz – die echten, die wirklich guten gummimäßigen gibt’s nur hier. dummerweise befindet sich der stand mit den ersehnten zähigkeiten aber jenseits der kinokasse und um dort sein sauerverdientes bares gegen bunte bse-gelatine eintauschen zu können muss zuvor ein kinoticket den besitzer wechseln. gut, dann also kino.
und siehe da, manchmal haben v.’s gummischlümpfe auch gute ideen. den neuen film von woddy allen,
match point anzusehen, war ein echter genuss.
der tennislehrer chris hat jede menge glück – oder was man sich eben so unter glück-haben vorstellt. er heiratet die naive chloe mitsamt stinkreichem papi, welcher dem armen schwiegersöhnchen zur standesgemäßen karriere verhilft. nebenbei fängt sich der manager wider willen dann noch ein verhältnis mit dem sexy blondchen nola an und hat somit zwischen tontaubenschießen und aus dem penthaus auf die themse runterschauen, jede menge zu tun. irgendwann hält er sein ganzes glück dann selber nicht mehr aus und muss sich entscheiden. aber letztlich fällt der ball von der netzkante dann doch wieder auf die richtige seite.
eine witzige parabel über’s glückhaben, ein wenig anleihe bei dostojewskis
schuld und sühne und nicht zuletzt ein dramatischer thriller.
es gibt ja leute die meinen, matchpoint wäre der beste woddy-allen-film überhaupt – so ganz falsch wird das wohl nicht sein!
brogdingnagg - 23. Jan, 16:01
spitzensportler zu sein ist bestimmt nicht leicht. insbesondere die österreichischen schifahrer führen ein bemitleidenswertes dasein zwischen norwegerpullis und iglo-tiefkühlgemüse. ganz schlimm wird’s, wenn einer beim allzu schnell ins tal rutschen ausgleitet und sich beim unvermeidlichen karroseriebremsen auch noch verletzt. sobald er aus der narkose oder dem schleuderkoma erwacht, wird der arme tropf sofort von einem winterfesten orf-kamerateam heimgesucht, leichblass, mit zerknautschter frisur, im mitleiderregenden spitalsnachthemd abgefilmt und muss, den postnarkotischen brechreiz überwindend, fragen zum bevorstehenden comeback beantworten. kurz vor dem kamerateam betritt üblicherweise ein vertreter der jeweiligen sponsorfirma das krankenzimmer und beklebt allfällige verbände des wehrlosen spitzensportlers mit firmenlogos, welche dann vom verunglückten werbeträger möglichst oft ins bild gehalten werden müssen.
besonders beliebt bei sponsoren sind kopfverletzungen, die diesbezüglichen verbände sind bei verletzten interviews so gut wie immer im bild. gerüchten zufolge forschen einige bank- und versicherungskonzerne bereits an implantierbaren logos, welche bei unter-vertrag-nehmen eines sportlers in sämtliche gliedmaßen an statistisch günstigen stellen eingesetzt werden können und so die werbebotschaft im fall des falles, direkt über das im fernsehen gezeigte röntgenbild der gebrochenen hand, des zerschmetterten unterschenkels o.ä., in die wohnzimmer der sportfans transportieren.
brogdingnagg - 23. Jan, 11:31
wieder einmal ein wenig ferngesehen, ein paar minuten doku im
terra nova.
„ … die letzte fahrt der
rainbow warrior endete in der bucht von sowieso. dort wurde das
greenpeace-schiff nach einer berührenden abschiedszeremonie im 25m tiefen meer versenkt…“ im bild dazu zig kleine boote mit jeder menge trauriger greenpeace aktivisten, die mit tränen in den äugleins das langsame untergehen des alten kahns beobachten.
so weit, so melancholisch.
nur – irgendwie doch seltsam, dass ausgerechnet greenpeace seinen ausrangierten pott quer durch den pazifik schippert um ihn dann irgendwo zu versenken!? lässt sich so ein schiff nicht recyclieren? ist das „ins-meer-schmeißen“ so eines tonnenschweren haufens aus eisen, plastik, holz, öl, lackbeschichtungen undwassonstnochalles denn keine umweltverschmutzung? fragen über fragen … dass einen dieser fernseher aber auch immer irgendwie im unklaren zurücklässt…!?
brogdingnagg - 4. Jan, 11:23
der getoastete sandwich zum frühstück war immer eine sensation. nutella gab’s daheim auch nur als ausnahme und so mündeten die seltenen übernachtungen bei oma und opa aus kartenspielen, g’schichten von früher und gelegentlichen zurechtweisungen vom strengen oberschulrat traditionell in ein fulminantes sandwichfuttern.
und als der opa unbedingt das wm-spiel sehen musste und sich auf keinerlei diskussionen darüber einließ, da zeigte die oma uns 5 oder 6-jährigen, wie man es schafft, eineinhalb stunden fußball anzuschauen und nicht weiter zu plärren und zu quäcken, weil jetzt kein „es war einmal der mensch…“ läuft. man musste sich nur entscheiden, ob man zu den weißen oder den blauen männern halten wollte und schon war’s interessant. und es lieferte nebenbei gleich einen wunderbaren grund für ein kleines scharmützel mit dem kleinen bruder, der natürlich unbedingt zu den blöden weißen halten musste und somit auf der siegerseite stand.
irgendwann waren dann die babysitterdienste von oma nicht mehr nötig und der opa musterte seine alte fotoausrüstung aus. selbstverständlich nicht, ohne ausgiebige erklärungen und probiertage mitzuliefern, ganz der lehrer im besten sinne eben. einige fotos sind geblieben, von den ausflügen zum donauturm oder zum neusiedlersee, bei denen opa sein wissen über blendenöffnung und belichtungszeit weiter zu geben versuchte und oma ächzend unter der last der mitgeschleppten teleobjektive und stative über das „ganze unnötige zeug“ motzte.
die geschichte vom familienfoto, zu dem die ganze großfamilie angetreten war, ist längst legende. als nach zweistündigem „du ein bisserl weiter rüber…!, net so grantig schauen…!, jetzt hat der wieder weggeschaut…!“ die fotos dann doch nicht im kasten waren, weil, wie der opa eine woche später kleinlaut gestehen musste, kein film in die kamera eingelegt war, da hat der verschmitzte grinser von der oma irgendwie auch ein wenig schadenfreude erkennen lassen...
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in letzter zeit hat die oma dann schon drei oder vier versuche gebraucht, um sich der namen der einzelnen enkelkinder zu erinnern. was ihr zum mittagessen verabreicht worden war, das wusste sie nicht mehr. gab’s überhaupt heute schon mittagessen..? das leben, ein kampf gegen schwerkraft und verfall, gegen vergessen und verdämmern, gegen das verschwinden.
gestern, ein jahr nach dem opa, hat sie den kampf endgültig verloren. oder aufgegeben.
brogdingnagg - 13. Dez, 12:19
mitte november bevölkern zahllose kindergartengruppen mit selbstgekleisterten kerzenbeleuchteten seidenpapiergloben die abendlich finsteren nebenstraßen der stadt. in sängerknabenkopfstimmenhöhe vom mit-meiner-laterne-gehen trällernd, ziehen kolonnen farbig leuchtender teelichtschwenker dahin, die etwa viermal größere horde der erzeuger, ernährer und anverwandten fans der kleinen bastler latscht mit leuchtenden äugleins nebenher, hält engagiert autoverkehr auf, handycam’t und digicam’t und vidicam’t dass es nur so blizt.
unser hauptdarsteller des diesjährigen laternenumzugs war bereits im vorfeld nicht sonderlich begeistert von der vorstellung, den ungeliebten kindergartenhalbtag am finsteren abend fortzusetzen. konsequenter weise zog er es dann vor, bei der autofahrt hin zum laternderl-event ein kleines nickerchen einzulegen. und wenn er mal schläft, dann schläft er.
so beging er sein laternenfest eben schlafend, an wechselnden schultern hängend, schwenkte keine teelichter, sang keine laternderlsongs, mampfte das wir-teilen-wie der heilige-martin-kipferl komplett alleine auf und mozte letztlich rum: „mama, gehen wir jetzt heim?“
sehr gut, weiter so…
brogdingnagg - 21. Nov, 12:07
manchmal, an so abenden wie diesem, wenn der ganze tag nur keuchend vorrübergerannt ist, vom aufstehen im dunkeln bis zum heimkommen im dunkeln ein einziges hetzen, wenn jeder kurze moment der pause ein erschöpfter zwangsstop war und kein sammelndes innehalten, und wenn dann auch noch der bus ewig braucht, bis er durch die eiseskälte endlich daherkommt, dann möchte ich alles hinschmeißen. den ganzen kram liegen und stehen lassen, davongehen und nicht mehr wiederkommen.
sollen sie sich ihren scheiß doch selber machen, all die besprechungsabhalter und verantwortungsabwälzer, die anschissausteiler und arbeitsweitergeber und vor allem die wir-san-super und moch-ma-scho-großtöner - wenn sie so gut sind, los geht’s…!
etwas anderes tun, ein geschäft aufmachen oder ein kleines kaffee, ... oder beides in einem!? warum nicht, andere schaffen das auch, was soll schon passieren – etwas weniger geld verdienen, ok, so viel ist es jetzt auch nicht.
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dann begegnet mir der obdachlose in der u-bahn, stinkend, unrasiert, mit zerfledderten kleidern und zwei verschiedenen zerfetzten schuhen und ich bekomme angst. vielleicht ist es doch besser, durchzuhalten. ein einigermassen sicherer job ist schon was wert. die sicherheit aufgeben für irgendwelche abenteuer oder unausgegorene illusionen die nur im ruin enden können?
es wird sicher bald wieder besser werden, es werden auch wieder angenehmere arbeitstage kommen,
morgen wahrscheinlich noch nicht, aber nächste woche ganz bestimmt…!?
brogdingnagg - 16. Nov, 20:46

mit von stolz einigermaßen geschwellter brust wird bekannt gegeben:
ein wenig brogdingnagg auf papier gibt’s ab sofort im guten zeitschriftenhandel!
DATUM Seiten der Zeit, Nr. 10/2005, Best of Blogging
brogdingnagg - 4. Nov, 08:21
„Sehr geehrter Herr brogdingnagg,
herzlichen Dank, dass Sie am 2. Wiener Fotomarathon 2005 teilgenommen haben. Sie haben den 110. Platz erreicht.“
hmm, …
ruhmreiche platzierungen schauen anders aus.
aber immerhin:
„Wir laden Sie zur Preisverleihung und Präsentation der Siegerfotos […] ein.
[…] Da Sie einen Preis (jedoch keinen der ersten 32 Hauptpreise) gewonnen haben, …“
für den 110. Platz gibt’s noch einen preis? was? –einen kodak-luftballon? ein fuji-taschentuch?
na ja, wir werden sehen.
sofort wird die „umseitige Allonge“ zur Anmeldung ausgefüllt – wollen wir doch mal sehen, was die 109 so zustande gebracht haben, die angeblich so viel besser sind…!
so ein sch…!
brogdingnagg - 31. Okt, 20:26
grundsätzlich find ich’s ja durchaus bequem, dass sich das computerhirn mehr oder minder selbstständig mit neuigkeiten von seinem schöpfer versorgt. aber dabei in völliger ignoranz aller sprachlichen sensibilität „updates werden gedownloadet“ auf den bildschirm zu schreiben geht einfach nicht.
bill, zurück in die volksschule!
brogdingnagg - 25. Okt, 12:26