Montag, 24. Oktober 2005

offen gesagt

üblicherweise versaue ich mir den sonntag abend nicht mit der gedicht-aufsage-sendung im OftRechtFad und fröne lieber el tatort – und dass dies auch besser so ist, beweist jeder ausrutscher auf der fernbedienung, der das diskussions-placebo „offen gesagt“ aus dem bildschirm tropfen lässt.
diesmal durfte h.c. ausgiebig dröhnen und mit der ihm eigenen unfreiwillig komischen arroganz die grotesken fpö-wahlplakatslogans aus dem abgelaufenen wahlkampf wiederholen. der selbsternannte „echte wiener“ wurde bei der wiener wahl nutznießer des sog. „schröder-paradoxon“, welches offensichtlich lautet: „derjenige, der am meisten verloren hat wird als sieger gefeiert, weil er viel weniger verloren hat, als vorher irgendein meinungsforscher angekündigt hat“. und der säbelfechtende zahntechniker freute sich entsprechend laut.
zwischendurch hatte molterer ausgiebig gelegenheit, möglichst oft das wort „klar“ auszusprechen und dabei, mit zeigefinger und daumen jeder hand einen kreis (ein loch?) formend, die hände auf und ab zu bewegen.
nachdem jeder der teilnehmer ein- bis dreimal sein einstudiertes gedicht hat aufsagen dürfen und kurz eine art gespräch aufzukommen drohte, unterbrach der moderator und ließ den anwesenden meinungsforscher mit dem hinweis, zuviele fakten würden den zuschauer langweilen und sollten daher von politikern die auch gewählt werden wollen, besser nicht vorgebracht werden, dazwischengehen. also lieber noch eine gedicht-aufsage-runde und dann ist leider die zeit um und danke-fürs-zuschauen-auf-wiedersehen.
nächste woche schalte ich tatort ein und werfe die fernbedienung sofort aus dem fenster.

Mittwoch, 19. Oktober 2005

einfach nur zum kotzen

die neue folge von „dorfers donnerstalk“ wird vom orf aus politischen gründen vom geplanten sendetermin abgesetzt. die skrupellosigkeit der „öffentlich-rechtlichen“ geht soweit, dass nicht mal eine matte ausrede dafür gesucht wurde. über das thema Einflussnahmen im ORF durch Regierungspolitiker und –politikerinnen darf hierzulande einfach nicht gewitzelt werden. den „gast“ bk schüssel im fernsehen satirisch darzustellen und zu entlarven geht schon überhaupt nicht. und schon gar nicht wenn gerade wahlen anstehen.
weit haben wir’s gebracht, mit unserer supertollen „reformregierung“.
schnitzelland marschiert im schulterschluss durch nrp kohls wüste gobi geradewegs ins tiefschwarze mittelalter.
und alle zahlen fleißig rundfunkgebühren für den övp-funk, freuen sich wenn der fesche finanzminister wieder mal in den society-blättern auftaucht und halten die schmallippig-schweigende einschwärzung für demokratische politik.

das mindeste tun

Montag, 17. Oktober 2005

„zum englischen gruß“

dass dies wohl in einem höheren zusammenhang zu sehen sein muss und nichts oder nur sehr wenig mit einem profanen kaugummizerknatschten „hello“ von dschordsch dablju zu tun haben wird, dessen war ich mir eigentlich schon sicher als ich der goldenen aufschrift am haus burggasse nr. 60 ansichtig, ewig lange die ankunft des 48A herbeisehnte.
vielmehr wird der englische gruß wahrscheinlich eine pathetisch rituelle begrüßung, überliefert aus uralten zeiten anglikanischer schwertkämpfer und kettenhemdträger sein, welche sich traditioneller weise mit großer geste vom riesenhaften warhorse herunter, lanzenschwingend zuwinkten, zuprosteten oder gar den verblechten stinkefinger zeigten bevor sie aufeinander losstürmten um sich gegenseitig köpfe und gliedmaßen abzuhacken – oder irgendetwas in der art eben. so dachte ich.
nichts dergleichen!

Freitag, 14. Oktober 2005

der herr sektionschef

u-bahn fahren in wien kann ziemlich anstrengend sein, wenn’s heiß ist zum beispiel und der 200kilo-typ neben dir den haltegriff über dir benützt, oder wenn eine volksschulklasse vom ausflug heimfährt und die lehrerin so tut, als hätte sie mit der brüllenden, herumtobenden horde überhaupt nichts zu tun. u-bahn fahren kann aber auch ziemlich lustig sein.
er war wohl um die 65, im dunkelbraunen anzug, die paar grauen haare zum akuraten scheitel frisiert, die krawatte schon etwas verrutscht, dicke brille über dem grauen schnauzbart, leicht näselnder tonfall, gestik und gehabe irgendwo zwischen tunte und hofrat, kurz gesagt eine komplete kopie des Sektionschef Franz Lafite aus der uralt-fernsehsendung Die liebe Familie (abgesehen vom schnauzer). allerdings hat der vermeintliche herr sektionschef das absetzen der sendung vor 12 jahren offenbar immer noch nicht verkraftet und wankte mit geschätzten 3 promille in den u-bahnwaggon!
dort angelangt führte er eine angeregte debatte mit einem imaginären gegenüber, gestikulierte sparsam, brummte in den bart hinein, dachte mit gerunzelter stirn und sichtlich sehr schweren augenlidern nach, entgegnete alles mögliche auf nur von ihm gehörtes, sinnierte wieder kurz mit gespitzten lippen, torkelte kurz, fing sich an der haltestange, schwankte zurück um weiter unverständliches dem nicht anwesenden gesprächspartner entgegenzuhalten, der machte dann wohl einen kleinen witz, und der herr sektionschef lachte sich schief, … -
nach drei stationen ist er dann wieder ausgestiegen, wahrscheinlich hat er noch die frau sokol auf ein bierchen getroffen!?!

Mittwoch, 12. Oktober 2005

supermarkt am abend

tausend leute, allen hängt der ärger aus dem büro unverdaut im gesicht herum, in der gemüseabteilung verdrängt eine stechend sterile putzmitteldampfwolke die klimatisierte supermarktluft, die wurstscheibenschneiderin ist sichtlich schon einigermaßen überarbeitet, die semmeleinsacklerin gibt ein nicht minder erschöpftes bild, zwischendrin kurvt jemand mit dem stechend sterilen kübel durch die gänge.
jeder schiebt seinen fangkorb vor sich her, jäger und sammler auf der suche nach ess- und leistbarem. nach rund 20 minuten suche, „darfs-sonst-noch-was-sein-nein-danke“ und etlichen wagerlkollisionen weist die will-haben-liste keine unterschiede zum inhalt des sammlerkörberls mehr auf. nur ein gläschen eingelegte pilze noch, dann nichts wie weg hier.
etiketten lesen, da ist mehr, dort ist weniger eingefüllt, das ist bio, dies ist genmanipuliert, also dann eben das teurere – moment, sojasoße, hundfutter, sojamilch… die jagdstrecke sah bis vor einigen sekunden noch anders aus. semmeln, fisch und gurke sind verschwunden, statt dessen machen sich tiefkühlerbsen, kantwurst und knäckebrot im wagerl breit…!?
mit der gewählten pilzmischung in der hand, verzweifeltes herumirren zwischen den regalen – wer hat meine mühsam erkämpfte beute entwendet?
sie steht seelenruhig in der kassenschlange, schaut verträumt auf den typ vor ihr. „`tschuldigung, das ist mein wagerl.“ erschrockenes hochfahren, energisch-grantiges „wie bitte?“ ungläubiger blick nach unten, dann die pein „ oh, entschuldigung, das tut mir leid, entschuldigung…“ mein entschärfendes „ kein problem, ist mir auch schon passiert“ hat sie schon nicht mehr gehört, war schon verschwunden in den gängen, auf der suche nach ausgewähltem und erlösung aus peinlicher begegnung.
ich hätte mich eigentlich auch für’s schon-mal-anstellen bedanken können…

Mittwoch, 28. September 2005

das labyrinth

der see, der plan, der berg, der strom und jetzt das labyrinth als fünfter teil des zyklus’ orkus von gerhard roth.
- bin ein wenig ratlos. soll ich das buch jetzt loben oder mich darüber ärgern? einerseits ist die geschichte rund um den hofburgbrand, den psychiater heinrich pollanzy und dessen pyromanischen patienten philipp stourzh doch spannend, brandstiftung, mordversuch, erotische verstrickungen und historie – kommt alles vor. die wechselnde perspektive zwischen den vier ich-erzählern war vermutlich (auch) titelgebend und ist durchaus reizvoll, auch die zahlreichen dokumentarischen abschnitte über kaiser karl, die wiener hofburg u.a. sind nicht uninteressant, andererseits ist das ganze dann teilweise doch wieder sehr gedehnt und gestreckt, soviel wollte ich über fernando pessoas pseudonyme dann doch nicht lesen, und auch nicht über lissabon. dazu noch endlos lange fußnoten (in einem roman?) – in summe also eine unentschlossene empfehlung – schöne sprache, gute geschichte aber man/frau braucht schon durchhaltevermögen um bis zum ende zu lesen.

big brother

das leben im container ist voller entbehrungen - und überhaupt nicht so, wie man es aus containersendungen diverser televisionärer unterhaltungsprgramme zu kennen glaubt. - die kaffeemaschine ist verdreckt, es ist saukalt, der micky-maus-heizkörper scheint eher für räume in der größenordnung einer telefonzelle geeignet zu sein, der nächste sanitärraum ist hundert meter entfernt, dort blubbert ausschließlich wasser aus der leitung, das wohl vorher durch irgendwelche unbekannten anlagenteile fließen muss und somit nur "brunzerlwarm" zu entnehmen ist, am abend kommt keinerlei putzpersonal, das hinter der schwer gestressten belegschaft (?) den mist wegräumt, der kaffeeautomat verlangt für jeden fingerhut espresso ein fürstliches salär von 50 cent, die einzigen leidensgenossen in dieser funierverkleideten eishöhle heißen alle "HP" und kommunizieren ausschließlich über display, beim fenster glotzen pausenlos irgendwelche, in großen orangen lastern sitzenden transportunternnehmer herein und offenbar wurde der container, allen feng-shui- und sonstigen überlegungen zum trotze, mitten auf eine wasserader gestellt, was einen ständigen harndrang zur folge hat (also wieder hundert meter hin und dann wieder zurück, siehe oben).
und außerdem: keine großbusigen blondchens, mit dezent tätowiertem arschgeweih am steiß, die sich in bauchfreien t-shirts und kurzen hosen am sofa räkeln und die mitbewohner mit irgendwelchen doofen schwafeleien unterhalten - wie sonst in containern ja offenbar üblich -
also merke: big brother zeigt NICHT das richtige leben! schade eigentlich.

Montag, 26. September 2005

bevor’s ganz in vergessenheit gerät,

hier die LÖSUNG des vor einigen tagen gestellten rätsels:
Das Kind ist heute X Jahre, seine Mutter heute Y Jahre alt. die Mutter ist 21 Jahre älter als das Kind.
Daher: X + 21 = Y
in 6 Jahren wird das Kind 5 mal jünger sein als die Mutter. Also:
5 (X + 6) = Y + 6
zwei gleichungen, zwei unbekannte – sollte also gehen:
5 (X + 6) = X + 21 + 6
5X + 30 = X + 27
bla bla bla
X = -3/4
Das Kind ist heute -3/4 Jahre alt, oder anders gesagt -9 Monate. auch ohne allzu viele biologische kenntnisse wissen wir jetzt, daß sich der Vater gerade ganz nah bei der Mutter befindet.

zwölf stunden, vierundzwanzig themen

so war also wieder fotomarathon. der start ins vergnügen war gleich einmal kein vergnügen, die marathonteilnehmer wurden ungefragt als publikum für die eröffnungsquasselei zum „tag des sport“ missbraucht, als zuschauerkulisse für die unerträglichen dauerschwafler adi, edi und andere i’s sowie die unvermeidlichen polit-adabeis vereinnahmt und für den erhofften publikumsandrang freudig mitgezählt.
das dauerte, bis endlich die ratlosigkeit über die gestellten themen aufkommen konnte.
taufrisch / gemeinsam ging noch eher zäh von der hand, kontrast / musik / menschen in der stadt war dann schon leichter. ein bild zum lachen / jugend „mega geil“ war schon vom ersten kleinen durchhänger geprägt, bei tierportait / dreieck / sport / landwirtschaft in wien / gesundheit sprudelten dann die einfälle wieder ungebremst. radfahren muss wohl als verlegenheitslösung bezeichnet werden, wogegen sozialer wohnbau / wien ist anders / ein weibliches bild schon eher das zeug zum grundstein eines preisgewinnes hatten. männliche energie / tanzen hingen wieder etwas in der luft, gegenlicht / schaufenster / licht und schatten / laterne / nacht-stimmung und ein schläfriges bild zeigten jedenfalls ein auflaufen zur finalen hochform und werden, so die technik keinen boshaften strich durch die rechnung macht, hoffentlich einen platz in den oberen zeilen der ergebnisliste sichern!? wir werden sehen.

Donnerstag, 22. September 2005

ich glaub' ...

... so bald steig ich in kein flugzeug ein!?!

http://www.orf.at/050922-91517/index.html

Mittwoch, 21. September 2005

jeden tag

jeden tag der gleiche zug mit der gleichen verspätung, jeden tag die selben paar menschen, die verschlafen in den sitzen hocken, jeden tag die beiden lauten dampfplauderer, die reden und reden, als hätten sie sich schon jahre lang nicht gesehen und trotzdem nichts zu sagen. jeden tag die geschmackloseste frau der welt mit jeden tag grotesk geschmacklosen kleidungsstücken, jeden tag der bärtige mann, der bis zur tür raucht und beim aussteigen sofort in der tür wieder eine anzündet. jeden tag der gleiche weg, über die straße, durch die allee, wieder über die straße, jeden tag der dicke typ im trainingsanzug, der dem dackel beim scheißen zuschaut. jeden tag über den parkplatz, an tuienhecken entlang, jeden tag schüler die aus den häusern kommen, aufeinander warten und sich auf den weg machen, der kapperlträger, der aus der tiefgarage kommt und jeden tag zu schnell die gasse entlangfährt. jeden tag über den zebrastreifen, jeden tag die gleiche angst von einem telefonierenden lkw-fahrer überfahren zu werden, dann jeden tag das letzte windige wegstück.
und jeden tag das flugzeug, das immer höher steigt und in den wolken verschwindet. es ist die OS511 nach Mailand, jeden tag.

Montag, 19. September 2005

rund um die burg

zu peter henisch sind wir leider etwas zu spät gekommen, weil v. sich fünf mal umentscheiden musste, bis das wirklich passende outfit gefunden war – aber das war dann perfekt! peter henisch war also schon mittendrin in seiner vorlesung als wir uns ins vollgestellte zelt vor dem burgtheater hineindrängten, aber ich hatte sein neues buch „die schwarze madonna“ auf meiner imaginären unbedingt-bald-kaufen-liste ohnehin schon längst gedanklich doppelt unterstrichen.
danach kam martin amanshauser, der mit seinem mega-originellen „ich-bin-nicht-martin-amanshauser-t-shirt“ und seinem dazu passenden einstiegswitzchen gleich mal einen brüllend komischen auftritt hinlegte. *gäähhhn*. sein neues büchlein „alles klappt nie“ ist ein wahres füllhorn, voll von ebenso überraschenden wie originellen einfällen und hintergründigen tiefsinnigkeiten, wie etwa dass peter westenthaler genagelte schuhe trägt, markus rogan ein schlauer feschak und frank stronach ein arroganter geldsack ist. und der lustige martin hat daraus eine lustige geschichte gemacht, aus der er dem lustigen publikum eine lustige halbe stunde lang die allerlustigsten stellen vorgelesen hat. wer ganz lustig war, der konnte sich auch gleich eins von martins lustigen anfangsgag-leiberln kaufen, damit er/sie beim lesen auch immer entsprechend lustig angezogen ist.
zum glück war dann wieder schluss mit lustig und es kam werner kofler an die reihe. nachdem ich dem inneren monolog aus "die kalte herberge" eine halbe stunde lang wie paralysiert, mit halboffenem mund atemlos staunend zugehört hatte, wusste ich, welch riesengroße lücke bisher in meinem bücherregal klaffte. (der erste teil zum schließen dieser eklatanten fehlstellen (!), das "triptychon" findet sich übrigens in der seitlichen leiste gleich praktisch verlinkt zum online-einkauf!)
nach dem iranischen schriftsteller sahid und dessen buch "ich und der islam" als weiteres highlight unseres rund-um-die burg-ausschnitts gönnten v. und ich uns zwei kleine bierchen welche meine mir angeborene kontaktscheuheit dann auch soweit reduzierten, dass es mir schlussendlich noch gelang, die zwei neuen bücher (kofler und sahid) von den autoren signieren zu lassen. ein perfekter abend also!

spockens flegeljahre

v. wurde in den letzten drei nächten jeweils von einem leisen, unangenehm feucht-schmierigen quetschgeräusch geweckt, welches nur dann zu hören ist, wenn spock sich ihrer diarrhoen stoffwechselreste im geräumigen pflanzkübel der poenix theophrastii (kreta-dattelpalme) entledigt. dies ist nicht nur deshalb ärgerlich, weil spock für derlei geschäft eine nachtschlafene zeit (zwischen 3 und 4 uhr morgens) wählt in der sie sich mit einigem recht unbeobachtet fühlen kann, sondern auch deshalb, weil die buchstäblich atemraubende giftgaswolke die nach ertönen des besagten quetschgeräusches das zimmer durchflutet ein wieder-einschlafen völlig unmöglich macht und einen eher an den rande der bewußtlosigkeit führt. es ist natürlich zu verstehen, dass spock, vom darmdruck getrieben sich verschlafen vom sofa wälzend, keine große lust verspürt, ins erdgeschoß zu schleichen um das vorgesehene örtchen aufzusuchen, sondern lieber in der naheliegenden blumenerde scharrt. aber auch die bequemste katze wird verstehen müssen, dass derart schlechtes benehmen von der nächtlich erzürnten ernährerin und pflanzenliebhaberin auch in zukunft mit einem erzieherischen arschtritt bedacht werden wird.

Dienstag, 13. September 2005

rechenaufgabe

ausnahmsweise heute mal ein geklauter oder sagen wir lieber ein ausgeborgter beitrag
und zwar folgende rechenaufgabe:

Eine Mutter ist 21 Jahre älter als ihr Kind und in 6 Jahren wird das Kind 5 mal jünger sein, als die Mutter.
Frage: Wo ist der Vater?

auch wenn’s nicht gleich so aussieht, lässt sich diese aufgabe mathematisch lösen!
des rätsels lösung demnächst.

specialists at work

in den letzten tagen sorgte die anzeige des zweizeiligen bildschirmchens (eigentlich textschrimchens!) der büroeigenen espressomaschine für zunehmende beunruhigung in der belegschaft. ENTKALKEN stand da in anklagend-auffordernden großbuchstaben zu lesen. dass trotzdem keine panik ausbrach war letztlich nur dem wörtchen Betriebsbereit zu verdanken, welches in der zweiten zeile des displays für beruhigung sorgte. es wurde weiter gemahlen und gebrüht, das mahlwerk kreischte, der dampf dampfte und der hahn tropfte. besorgte nachfragen, ob denn nun nicht das entkalkungsmittel anzuwenden sei wurden von zuständiger stelle abgewimmelt; die herrin über kaffeekassa, entkalker und servicetechnikerrufnummer prostete den besorgten kaffee-junkies mit grünteegefüllter tasse zu und sagte, zufrieden auf einen monatsvorrat fettfrei-molke-wellness-getränke blickend, lapidare sätze wie „des geht schon noch…“
gestern schritten dann endlich zwei akademisch-technisch ausgebildete und ebenso hochbezahlte spezialisten (allerdings nicht für kaffeemaschinen) offenbar in ermangelung anderer dringend zu erledigender arbeiten, zur tat und beschlossen, dem high-end-heißetränkespender jeglichen grund zur beschwerde zu nehmen.
nachdem das entkalkungsmittel aufgefunden, 20 minuten über zusammensetzung und den richtigen verdünnungsgrad des entkalkers gefachsimpelt und letztlich auch das rätsel ob denn nun die noch nicht vermahlenen bohnen zwischenzeitlich zu entfernen wären, gelöst war, konnte dem schriftlichen befehl der maschine dann endlich folge geleistet werden.
bloß diese weigerte sich standhaft dies zur kenntnis zu nehmen und forderte weiterhin ENTKALKEN am display!?
die bemühungen der beiden projektleiter waren nach einigem ratlosen herumdrücken auf den wenigen bedienknöpfen von erfolg gekrönt: Betriebsbereit vermeldete das gerät. letztendlich uneingeschränkt und ohne zusatztext.
bloß, lässt sich seither durch drücken der taste für großer kaffee gerade einmal der verschluß einer handelsüblichen mineralwasserflasche mit tiefschwarzer brühe füllen, wogegen bei drücken der taste für kleiner kaffee ein guter viertel liter leicht bräunlich gefärbten wässerchens zu tage tritt was sowohl das fassungsvermögen der design-moccahäferl wie auch die geduld der p.t. moccatrinker weit über gebühr strapaziert!

Montag, 12. September 2005

die neue zeitung ist fertig

aussendung0905es war eine wirklich schwere geburt – oder besser gesagt ein laaanger weg, bis endlich alle texte fertig geschrieben und alle fotos im kasten waren, alle überschriften passten und das layout zusammengestellt war! aber nun ist es endlich fertig, das neue gemeindemagazin der Grünen Ebreichsdorf. für alle, die das pech (?) haben nicht in ebreichsdorf zu wohnen und die zeitung daher auch nicht im postkasten finden können , gibt’s die onlineversion zum download unter www.bezirkbaden.gruene.at.

Mittwoch, 7. September 2005

neulich am bahnhof wien meidling…

die anzeigemonitore zeigen in einem anflug von einigkeit oder kollektiver dienstverweigerung den höchst aufschlussreichen halbsatz: „Lautsprecherdurchsage beachten!
kaum beschlossen, dem befehl fürsorglicher fahrdienstleiter folge zu leisten, erfolgt auch schon die erste lautsprecherdurchsage: „dingdong, vorsicht bahnst…“ – der weitere text ist aufgrund eines geräuschvoll durchdröhnenden zuges leider nicht zu hören. vermutlich sollte die lautsprecherdurchsage vor dem durchdonnern warnen – nun, das wäre ja jetzt erledigt.
nach durchfahren des letzten waggons wird nun auch per lautsprecher auf das nichtfunktionieren der anzeigemonitor hingewiesen und nahegelegt „die lautspecherdurchsagen zu beachten“ – wunderbar hörbar, rausch und verzerrungsfrei in die sanfte stille am bahnhof hineingesagt. - jawohl, wird beachtet! – und schon gibt’s dazu gelegenheit: „dingdong, vorsicht bahnst…“ das schon bekannte donnern und scheppern, diesmal von der anderen seite, macht den sicherlich spannenden rest der durchsage leider unhörbar.
die 10 minuten verspätung des eigentlich erwarteten zuges, gaben gelegeneheit dieses spiel noch zweimal zu wiederholen, vermutlich wurde irgendwann während dem donnern und scheppern auch die verspätung verkündet, aber man merkt’s ja auch so, dass man warten muss …

Donnerstag, 1. September 2005

übrigens,

demnächst ist wieder fotomarathon in wien! und obwohl wir im vorigen jahr in der ergebnisliste irgendwo im hinteren mittelfeld gelandet sind (völlig ungerechtfertigt natürlich!) werden V. und ich auch in diesem jahr wieder 20 euro dafür zahlen, den ganzen tag mit der kamera durch die stadt rennen zu dürfen, auf der suche nach bildern zu irgendwelchen schlagwörtern, die sich irgend ein namenloser angestellter der wirtschaftskammer in stundenlanger kreativ-nachdenkarbeit mühsam abgerungen hat … blöd eigentlich, aber diesmal gewinnen wir!
www.foto-marathon.at

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