Donnerstag, 26. April 2007

erkenntnis

b. erzählt von einem bekannten, der weiß, dass der tumor in seinem kopf ihn in wenigen wochen töten wird. sein sechs monate alter sohn wird sich nie an seinen vater erinnern können. der vater muss sein kind für immer alleine lassen.

sobald man kinder hat wird die möglichkeit des eigenen todes
zu einer viel größeren bedrohung.

Dienstag, 27. März 2007

ich hab eindeutig den falschen job...

pressekonferenzen organisieren, das wäre mein traumjob. nicht weil pressekonferenzen veranstalten so eine abendfüllende und intellektuell fordernde tätigkeit wäre, das wahrscheinlich nicht, aber mit den 96.000 euro die man von in österreich für die veranstaltung einer einzigen pressekonferenz offenbar verlangen kann, könnte unsereins locker ein jahr leben, oder auch zwei…
gibt’s umschulungen auf „pressekonferenz-veranstalter“ beim ams?

Freitag, 16. März 2007

...aber dann!

"wenn du dann laufen kannst, …"
"wenn du dann mal keine windel mehr brauchst,…"
"wenn du richtig radfahren kannst,…"
"wenn du in die schule kommst,…"
"wenn du dann ins gymnasium kommst,…"
"wenn du alleine weggehen darfst,..."
"wenn du 16 bist,…"
"wenn du deine erste freundin hast,…"
"wenn du die matura erledigt hast,…"
"wenn du dann endlich den führerschein hast,…"
"wenn du einmal deine eigene wohnung hast,…"
"wenn du irgendwann vielleicht „die richtige“ gefunden hast,…"
"wenn du dann endlich mit dem studium fertig bist…"
"wenn du dann mal einen job gefunden hast,…"
"wenn du selber erst verheiratet bist,…"
"wenn du erst mal über 30 bist,…"
"wenn du selber mal vater bist,…"

und jetzt…?

Montag, 19. Februar 2007

falco, seit neun jahren tot

die siebenjährige kommt vom christina-stürmer-konzert nach hause und erklärt, sie hätte ein autogramm von falco bekommen. bevor ich noch sagen kann, dass falco seit nunmehr 9 jahren nicht mehr lebt und das christina-stürmer-konzert maximal geeignet ist, die eine oder andere rotation des toten falco tief unten in seiner kiste am wiener zentralfriedhof zu provozieren, wird mir erklärt, dass der falco am christl-konzert einer jener karaoke-hampelmänner ist, nach denen siebenjährige heute so verrückt sind. einer jener frisurkünstler also, die es mit einigem herumgehampel und tief sitzendem hosenschritt ganz leicht schaffen, sechsstellige eurobeträge mittels sms-gebühren aus den volksschulen und kindergärten zu lukrieren. gibt’s kein namensrecht auf „falco"?
in der zwischenzeit kommt der vierjährige aus dem kinderzimmer, die kopfhöhrer des alten walkman am kopf und singt irgendetwas wie „ammateeus, amateus“. „das ist falco“ kann ich gerade noch resignierend seufzen, als die siebenjährige entdeckt, dass ihr starmaniafalco in der widmung den namen falsch geschrieben hat und dem autogramm mit dem tintenkiller zu leibe rückt. der walkman hat aber schon die nächste platte aufgelegt und bringt gefühlvolles gesülze vom kiffenden pfarrgemeinderat und der vierjährige singt gefühlvoll mit: „..was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen…“
das blüht uns also jetzt so für die nächsten jahre…

Mittwoch, 14. Februar 2007

wer braucht valentin…!?



man gehe einfach auf eine valentins-party, lerne dort die tollste frau der welt kennen – und schon hat man ein jubiläum, das man auch ohne die erinnerung der gärtner und floristen niemals vergessen wird...

Donnerstag, 11. Januar 2007

wer gibt mir eine leseempfehlung!?

am „handwerk des tötens“ von norbert gstrein bin ich leider gescheitert. prinzipiell hats mir ja ganz gut gefallen - schöne sprache, angenehm ruhiger erzählton - aber irgendwann muss in jedem buch ein punkt kommen, an dem man nicht mehr zu lesen aufhören will und unbedingt wissen muss, wie's weitergeht, aber dieser moment ist hier auch nach mehr als 200 seiten immer noch nicht gekommen – und damit reichts mir jetzt. ich werde vermutlich nie erfahren, was mit dem kriegsberichterstatter allmayer im kosovo passiert ist, ob paul sein buch über allmayers geschichte zu ende bringen wird und wohin das alles den ich-erzähler führen wird - auch ok. irgendwie war mir auch die zugrunde liegende konstellation zu anstrengend: der ich-erzähler schildert, was ihm sein freund paul über dessen (verstorbenen) freund allmayer erzählt. anfänglich dachte ich noch, das ist jetzt und gleich zu ende und dann geht die geschichte irgendwie weiter – keineswegs! – paul erzählt, der ich-erzähler erfährt, beide denken sich ihren teil, kommentieren, glauben oder glauben nicht, mutmaßen, bringen zusätzliche aspekte ein … und so weiter und so fort.
zwischendurch tauchen noch zwei frauen auf, aber die machen die geschichte auch nicht wirklich spannender. ok, ich verstehe schon, die handelnden personen liefern eben, während sie sich über möglichkeit und sinn und legitimation von kriegsberichterstattung unterhalten, selber ein beispiel, wie die vermeintliche wahrheit durch erzählen und erzählt bekommen immer mehr verändert, gefärbt, verzerrt wird – und somit schnell verschwindet, aber … [gäähhn!]

Dienstag, 9. Januar 2007

ein guter tag...

die ministeriale high-society-badehose mit dem untrüglichen blick für den eigenen vorteil verlässt die politik: das egomanische selbstinszenierungstalent khg ist nicht mehr finanzminister – ein guter tag für österreich!

Montag, 1. Januar 2007

prosit neujahr!

prosit-neujahr

und guten morgen, ihr erwachsenen! selber schuld, wenn ihr meint, bis irgendwann spät nächtens wein trinken zu müssen um dann irgendwann gemeinsam auf die uhr zu schauen. deswegen stell doch ich meinen acht wochen lang stetig eingeübten schlaf-trink-rythmus nicht auf den kopf! alle zweieinhalb stunden muss ich etwas essen, und mir ist ziemlich wurscht ob ihr die halbe nacht damit verbracht habt, knallkörper zu zünden oder zu betrachten, nach dem essen will ich gefälligst frisch gewickelt und zumeist auch eine halbe stunde herumgetragen werden, und damit basta!

Montag, 11. Dezember 2006

rettet die lobau!

leider gibt’s immer noch jede menge zeitgenossen die glauben, mit neuen autobahnbauten könnten irgendwelche verkehrsprobleme gelöst werden.
auch sind viele menschen der meinung, mit ein paar kilometern mehr betonwüste ging’s uns allen irgendwie besser.
es gibt auch noch jede menge leute die meinen, wir könnten uns immer mehr straßenverkehr locker leisten.
etliche österreicher sind tatsächlich nach wie vor davon überzeugt, dass die mehr und mehr erzeugten straßenverkehrsabgase überhaupt kein problem für unsere luft wären.
auch ist vielen wienern nicht einsehbar, dass ein stück naturpark mehr wert sein soll als sechs spuren vollgasfläche.


einige von denen die wissen, dass dem nicht so ist, sind jetzt da.
unterstützen kann man sie auch hier.

manche erwachsene hierzulande wollen unbedingt überall mit 160 km/h fahren dürfen.
denen ist leider nicht zu helfen!

Dienstag, 5. Dezember 2006

fluridsdurfa miljö, oida!

die beiden frauen waren so um die zwanzig, vielleicht ein paar monate älter. jede schob einen kinderwagen mit einem etwa zweijährigen passagier vor sich her auf den bahnsteig. noch 4 minuten bis zum eintreffen des nächsten u-bahnzuges, also nützte eine der jungen, fürsorglichen muttis die wartezeit, um dem junior eine neue windel zu verpassen. dazu bettete sie den kleinen auf einem dünnen stoffdeckerl am boden des bahnsteigs. die oma des kleinen, der seinen hintern nur mit hörbarem widerstand den 4 grad celsius lufttemperatur aussetzte, quittierte die hektischen aktivitäten der tochter nur mit einem milden lächeln: „oida, wieso losst eahm beim wickeln net im wagl liegn, es is doch saukoit.“
derweilen hielten sich die beiden stolzen väter der kleinen kacker in angemessenem sicherheitsabstand, ebenfalls am bahnsteig auf. offensichtlich herrschte in den beiden jungfamilien gerade nicht die freundlichste stimmung, was vermutlich im leicht erhöhten alkoholspiegel der beiden jungpapas begründet lag. der hosenschritt auf kniehöhe, die schirmkappe in kühner schräge, tief ins gesicht gezogen, das schlüsselband lässig aus der tiefhängenden hosentasche baumelnd: die ausstaffage der beiden coolness-weltmeister war untadelig – aus spätpubertierender kapperlträgersicht, zumindest.
nachdem sie ihren junior mit einem scharf hingezischten „jetz hoit endlich ruhig, schatzi“ zurechtgewiesen und dann endlich mit rüden griffen trocken gelegt hatte, stellte die blonde einen der beiden männer zur rede. aus den wütenden anwürfen war zu verstehen, dass ihre vorwürfe gegen den illuminierten partner in einem zusammentreffen mit einem handelsvertreter für illegale substanzen auf einer entfernten ubahn-station begründet waren. eine geschäftliche transaktion zwischen den beiden dürfte einen unerfreulichen verlauf genommen haben infolgedessen ein schneidwerkzeug des käufers mit den extremitäten des verkäufers zusammen getroffen war. „… und waun du in häfn gehst, i sog’s da, i kum di ka anziges moi besuchen - und dei kind siechst a nimma!“ drohte die selbstbewusste jungmutter …
„zug-fährt-ab!“ die illustre runde ist noch am bahnsteig geblieben, die oma hat zu vermitteln versucht („er hot’s jo nur für di g’mocht!“) - der weitere verlauf der spannenden familiengeschichte ist mir dann zum glück erspart geblieben…

Sonntag, 12. November 2006

strepto... was?

unser kleiner luis hat in seinen ersten paar lebenstagen leider schon bekanntschaft mit unangenehmen zeitgenossen machen müssen. unsympathische bakterien, genannt „streptokokken“ machen ihm derzeit das leben schwer. das bedeutet, dass luis nicht nur fieber hat und sich zumeist ziemlich unwohl fühlt, sondern auch, dass er einige tage lang dreimal täglich, eine beeindruckende menge antibiotika in sein kleines ärmchen injeziert bekommt – wobei er sich erst recht ziemlich unwohl fühlt. außerdem bedeutet das, dass luis so lange im krankenhaus bleiben muss, bis er seine mikroskopisch kleinen quäler wieder los geworden ist und er sich wieder so richtig wohl fühlt. besuche sind für luis derzeit leider auch nicht wirklich zu empfehlen – wer weiß, was die noch für mikroskopische quälgeister mitbringen…!

aber immerhin, nachdem er die tortur von kinderarzt–untersuchung, ambulanz-untersuchung aufnahme-untersuchung und stations-doppel-und-dreifach-untersuchung endlich überstanden hatte, und die ärzte auch schon eine idee geäußert hatten, was ihm „vermutlich“ fehlt …
und kurz danach sogar schon damit begonnen hatten, ihn zu behandeln, da konnte luis endlich wieder einigermaßen ruhig schlafen.

zwischendurch, wenn er wach wird, und er gerade kein fieber hat, schaut luis sich zumeist sehr interessiert um und betrachtet die ausstattung seines krankenzimmers im total angesagten 70er-jahre retro design, oder freut sich über den schicken spitalsstrampler, den er bekommen hat.

die prozedur und die vier stiche, die notwendig waren, um den venflon in sein winziges blutgefäß am handgelenk zu manipulieren und ihm daraus die paar zur probe nötigen blutstropfen abzuringen, hat luis wohlweislich vergessen, nur manchmal träumt er noch davon …

das monströse gitterbett im zimmer würde ihm wahrscheinlich auch albträume verursachen, aber da muss er nicht hinein, lieber hält ihn mama die ganze nacht im arm.

die kann jetzt, wo die „vermutungen“ der ärzte schon ziemlich sicher sind, viele befürchtungen ausgeräumt wurden und die aussichten schon ganz gut sind, auch schon wieder ein wenig lachen.
tagsüber ist auch der papa da, - und so vergeht die zeit schon irgendwie. luis schläft, trinkt oder wird gewickelt, die eltern lesen, machen sich sorgen oder sehen fern…

schließlich hat luis, für seinen aufenthalt im spital sogar einen eigenen fernseher bekommen. auf dem läuft zwar nur ein einziges programm, das ist aber nicht unspannend…!monitor

aber
soo lustig ist das ganze eigentlich nicht und wir hoffen sehr, dass luis die infektion sehr bald und gut überstanden haben wird und wir ihn gesund wieder mit nach hause nehmen können!

Montag, 18. September 2006

suchbegriffe ...

... welche via google zu brogdingnagg führten:
„harndrang nächtlich“
„gebratene entenschnäbel“
„wetti-tant“
„gartenparty slip“

und
"kann ein alkoholkranker glücklich werden ja und wie???“

… sollte mir das zu denken geben?

Freitag, 8. September 2006

PRO FORSCHUNG!

Initiative für eine unabhängige, qualitätsorientierte Forschung in Österreich
Wir ersuchen um Ihre Unterschrift.
Die Zeit drängt!

Dienstag, 5. September 2006

zum glück ...!

zum glück bin ich kein entführungsopfer, zum glück wurde ich nicht jahrelang in einem „verlies“ versperrt und versteckt gehalten, zum glück musste ich noch nie zu irgendwem „mein gebieter“ sagen, zum glück wurde ich nicht um meine halbe kindheit gebracht und als sklave missbraucht.
zum glück muss ich keine sechsstelligen eurosummen für interviewangebote vergleichen, zum glück muss mich kein betreuerteam von der öffentlichkeit abschirmen, zum glück muss ich nicht als öffentlichkeitsbeschaffer für kurz vor der pensionierung stehende psychologieprofessoren herhalten, die auch einmal gern ins fernsehen kommen wollen –
aber einen brief mit den worten „sehr geehrte weltöffentlichkeit“ zu beginnen, das hat schon was …

ein missionar rettet die welt

der umschlagtext war einigermassen vielversprechend, von „nicht durchhaltbaren gesellschaftlichen und ökologischen Entwicklungen“ ist da die rede, das benennen der „ökonomischen und ökologischen Fehlentwicklungen“ wird versprochen - nicht uninteressant, und auch „konkrete Vorschläge für die „not-wendenden“ Umsteuerungen“ werden angekündigt – also her damit, für ein gutes politisches sachbuch investiere ich gerne 25euro…
allerdings sollte man die kurzbeschreibung auch bis zu ende lesen, denn dann hätte man möglicherweise schon erahnen können, dass es sich bei dem buch „globales schafe scheren – gegen eine politik des niedergangs“ von h. wohlmeyer nicht (nur) um das sachliche, von überaschendem und wissenswertem nur so strotzende politik-buch handelt, das man erwartet.
stattdessen hat man sein sauer verdientes bares für das pamphlet eines alten grantlers ausgegeben, mit dem seite für seite zusehends der missionar durchgeht. belege für seine „die-welt-ist-schlecht-weil-niemand-mehr-an-gott-glaubt-these“ findet er ausführlich in „die presse“ und „die furche“, aber zum glück würden sich alle sozialen und ökologischen probleme wie von selber lösen, wenn nur alle so schön gläubig und vor allem auch so katholisch wären wie wohlmeyer, der papst (der „richtige“ natürlich, johannes paul ii) und seine lieblingsheilige (den namen hab ich jetzt vergessen, aber wurscht – hat eh jeder seine eigene, und gläubig sind die alle)
aber da dieses patentrezept so kein ganzes buch füllen würde, muss wohlmeyer ein bisschen weiter ausholen, muss das ganze ein bisschen anders, etwas professoraler, ein bisserl wichtiger und g’scheiter formuliert werden, zum beispiel so: „Diese (die lösungen, anm.) werden jedoch nur durch das Anbinden an tragfähige, transzendental begründete Wertordnungen verwirklicht werden können.“
und so liest man dahin und nach anfänglicher zurückhaltung wird’s dann, so nach 20-30 seiten zunehmend seltsamer…
dass die tochter des autors von einem einzigen (!) abend mit dem babysitter offenbar dauerhafte angstzustände bekommen hat ist schlimm, aber dass wohlmeyer dies zur allgemeinen beweisführung gegen die berufstätigkeit (und „selbstverwirklichung“) von müttern heranzieht ist genauso skuril wie etliche andere im buch angeführte preziosen aus der wohlmeyer’schen g’schichtlsammlung. dazu gehören auch die „beweise“ und erfahrungsberichte aus erster hand zu den wunderheilungen von lourdes, die der missionar wohlmeyer parat hält. diese wären wohl stoff für ein eigenes buch, als lösungsansatz für soziale und ökologische problemstellungen erscheinen sie doch eher deplaziert.
auch abseits der religiösen jammerei ist die argumentation teilweise skuril. so wird etwa erklärt, die gewalt innerhalb der familien nehme zu, die familien brechen immer häufiger auseinander. quellen gibt’s hierfür zwar keine, dafür aber jede menge gründe. ein grund ist laut wohlmeyer zum beispiel die möglichkeit homosexueller partnerschaften, ein anderer grund für die zunehmende gewalt in der familie ist seiner meinung nach, dass viele journalisten selbst aus zerbrochenen familien kommen und daher schlecht über die familie schreiben (sic!).
als wohlmeyer dann (verkürzt gesagt) die these aufstellt, die allgemein grassierende schlechte stimmung (auch so ein weltproblem, die allerorten grassierenden depressionen !?) könne einfach gelöst werden, in dem alle so gläubig und gut drauf wären, wie papst johannes paul ii und auch seine (des autors) „lieblingsheilige“, da war’s dann endgültig genug und das buch flog in hohem bogen aus dem fenster…
resüme: trotz ebenso interessanter wie wichtiger thematik und auch zweifelsohne richtiger inhaltlicher ansätze - schon lange nicht mehr einen so dermaßen unerträglichen sch… gelesen!
hätte der autor seinen missionarischen eifer und seine offenbare religiöse verbohrtheit auch nur einigermaßen unter kontrolle, wär’s wahrscheinlich ein lesenswertes buch geworden, aber so … wirklich schad ums geld!?

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