Sonntag, 21. Juli 2013

Pasman, Urlaub, 7.Tag

das zirpen der zikaden ist ohrenbetäubend!
"Karlovacko" gibt's auch in 1 Literflaschen, wovon zum glück noch einige im gasbetriebenen (!) kühlschrank warten. ab ein uhr, wenn die mittagshitze eine ausgiebige siesta notwendig macht, dann darf die erste flasche schon geholt werden, ohne sich gedanken zu alkoholismus oder dergleichen zu machen, oder?
leider muss ich die flasche heute alleine schaffen, v. hat sich mit zwei aspirin und einer wasserflasche ins bett gelegt um den fiebrigen infekt zu kurieren, den wir uns offenbar in den urlaub mitgenommen haben. mehr oder weniger synchron mit dem 10jährigen, übrigens, welcher ebenfalls seit gestern abend fiebert.
um das vertrauen in die stärke meiner abwehrkräfte zu heben, werd' ich noch eine bottle "Karlovacko" brauchen, fürchte ich. oder sollte ich popeye's selbstgebrannten versuchen um die keime zu. killen...!?

Pasman, Urlaub, 6. Tag;

schnorcheln, vom floß springen, köder kneten, die angel auswerfen, den kopfsprung üben, chips essen, den geangelten fisch abmurksen, die wilden katzen füttern,... es gibt viel zu tun hier, und zum glück ist der 6jährige schon wieder gesund - so bleibt das alles nicht unerledigt! die sonne brennt vom wolkenlosen himmel, und die 14jährige vergisst für ein paar momente den trennungsschmerz vom (ersten) freund und lässt sich zu einer positiven bemerkung hinreissen: is eh nicht so schlecht hier! mehr kann man eigentlich nicht erwarten!
am abend kommt popey wieder, diesmal mit einem riesigen geländewagen aber (immer noch/schon wieder) mit dem gleichen matrosenleiberl und bringt selbstgemachte krapfen, selbstgebrannten schnaps - "viel trinken, gut schlafen, hehe!" - und frische bettwäsche.
danach beginnt er, mittels zweier tauchpumpen einen wasservorrat aus der zisterne nach oben, in einen behälter im dachboden zu pumpen und erinnert uns damit wieder an die begrenztheit der versorgung hierorts. ja, nicht nur der strom ist begrenzt, auch die anzahl der spülgänge, geschirrwasch-schaffelfüllungen und (kalten) duschminuten ist begrenzt hier! bloß, wie oft kann den nun die spültaste gedrückt, das geschirr gewaschen, der kopf unter die brause gehalten werden, bis der hochgepumpte vorrat verbraucht, der nie gesehene tank leer ist? dergleichen fragen quittiert popeye nur mit einem grinsen, greift nickend zur angebotenen "Karlovacko"-dose und räumt gemächlich seine tauchpumpen weg.

Pasman, Urlaub, 5. Tag;

weshalb überhaupt urlaub, welchen sinn hat es, weg zu fahren? sonne tanken, im meer baden, ja. andere länder sehen, etwas neues kennenlernen, ok. sich auf die familie fokussieren, mit den nächsten menschen gemeinsames erleben, schön. den kindern etwas anderes bieten als alltag, abenteuer möglich machen, eh klar. abstand gewinnen zum normalen, einen perspektivwechsel auf das leben vollführen, hoffentlich! heimkehren können und ein anderer sein, alles ein wenig anders sehen, von vorne anfangen können - das wär's doch!

Mittwoch, 17. Juli 2013

Pasman, Urlaub, 4.Tag

Der Strom funktioniert zwar wieder, aber wir bleiben auf der hut, ja nicht zuviel zu verbrauchen, immer nur ein ipad aufladen!
Ausnahmsweise scheint das unserem elektronik-affinem nachwuchs gar nichts auszumachen, denn der steg ins glasklare meer liegt direkt vor der haustür und gehört uns allein, also wird geschwommen und geschnorchelt - soweit so wunderbar.
nach einer kurzen mittagspause geht's dann wieder weiter, muscheln suchen, angelköder herstellen, nochmal ins wasser springen... der tag geht schnell vorbei.
als die grillkohle dann endlich glüht, ist der 6jährige eingeschlafen. eingeschlafen? jetzt, um 7uhr? naja, wird wohl ein anstrengender tag mit viel sonne gewesen sein!?
als er nach einer halben stunde aufwacht, legt der fiebermesser den verdacht nahe, dass es wohl doch nicht nur die anstrengung war, am nächsten tag ist dann ziemlich klar, es kann auch nicht nur die sonne gewesen sein! Unser mister dramatik hat sich einen kleinen infekt in den urlaub mitgenommen und quäckt jetzt den ganzen tag mit fieber im zimmer rum, "darf ich ipad spielen" - fiebersaft haben wir noch, aber hoffentlich hält die stromversorgung, sonst wird's anstrengend!

Pasman, Urlaub, 3. Tag

"kratschki wtschk sahdar, biograd, dobro, dobro, naaben gommen" die alte am anderen ende der leitung redet unverständlichen kauderwelsch aus kroatisch mit italienischen und deutschen (?) bruchstücken. ich beschließe - reines wunschdenken oder nicht - ihr gebrabbel dahingehend zu deuten, dass am abend ("naaben, naaben") jemand kommen ("gomen, naaben!") und das problem beheben wird. mein "elektrik kaputt, nix strom" dürfte die vermieterin eindeutig verstanden haben. Es ist der dritte tag hier und seit gestern abend gibt's keinen strom.
am späten nachmittag steht dann plötzlich der mann der vermieterin vor der tür, grinst schief durch breite zahnlücken und sieht in seinem gestreiften Matrosenleiberl aus wie Popeye aus der Entzugsklinik, 'Alkopop-eye', sozusagen. Er schwafelt drauf los, irgendwas von "kabazitääät" und "noo feehn e komputer e..." kurz versuche ich ihm mitzuteilen, dass wir außer zwei gelsenstecker rein gar nichts angesteckt hatten - wie könnte man auch annehmen, das einsame photovoltaikmodul am dach könnte zu größerem in der lage sein - aber ich habe nicht den eindruck, ansatzweise verstanden worden zu sein.
Popeye kramt in der Werkzeugkiste und gerade als ich mir denke "ohoh, da sind aber keine reservesicherungen drin" präsentiert er mir stolz einen gabelschlüssel und erklärt irgendwas mit "la bombola" ! jahaa, ich weiß, den braucht man zum wechseln der gasflasche, ok, ok, aber Gas is eh ok, aktuell haben wir Problem mit Strom!!! und das jetzt schon seit beinahe 12 Stunden!! Strom kaputt!!!
Popeye verschwindet im "Technikraum", ein winziges, sonst versperrtes Kammerl von etwa 1x1m, und mankelt dort zwanzig Minuten herum. Zwischenzeitlich schlittert Hausbesitzer-junior mit seinem zerbeulten Zweier-Golf vor's Haus und verschwindet ebenfalls im Technikraum.
Kurz danach leuchtet plötzlich das Licht im Haus wieder und Popeye präsentiert zum Abschied ein etwa 30cm langes völlig zerfleddertes und verschmortes Stück Kabel als Ursache für den Stromausfall. Der offenbar sprachlich gewandtere Junior setzt noch ein "this was the problem" dazu und schon brettern die beiden im Zweier-Golf den Berg wieder hinauf. Ich versuche intensiv, nicht an die prinzipielle Qualität der hiesigen E-installationen, Marke "Isolierband" zu denken und wende mich dem Griller zu.
p.s.
wie ist popeye eigentlich hergekommen - anscheinend hat er einen wandertag gemacht, 4km, übern berg...

Donnerstag, 4. Juli 2013

Im Zirkus

Zumindest einmal in der woche sollte der nachwuchs dazu angeregt werden, die feriale zuhause-herumliegerei zu unterbrechen und eine kleine unternehmung zu machen. Da kommen die freikarten-gutscheine für den zirkus, die der chef im büro generös verteilt gerade recht – also los, raus aus dem pyjama, rauf auf’s rad und ab zum zirkus!
Die mühsam aufgebaute motivation wird angesichts der 25m warteschlange vor der kassa zwar beinahe zunichte gemacht, aber jetzt gibt’s kein zurück mehr, der vorschüler würde einen seiner gefürchteten tobsuchtsanfälle bekommen, wenn wir jetzt umdrehen, also: hinten anstellen. Überraschender weise wachelt hier mindestens jeder zweite mit einem dieser eintrittskarten-gutscheine rum – so exclusiv waren die dann wohl doch nicht...!?
v. erfüllt sich einen kindheitstraum und upgradet die freikarten für die 3. kategorie auf prominente, nummerierte sitzplätze in der ersten (1.!) reihe. nach kurzem verpflegungsstop, ausgerüstet mit popcorn und eistee nix wie rein ins zelt und es geht auch schon gleich (mit nur 45min verspätung) los!

Im alter von 39+ haben wir ja schon einige zirkusvorstellungen erlebt und auch durchlitten, haben unzählige jongleure und seilschaukler beklatscht, haben dem völlig unspektakulären (aber sicher sehr trainingsintensiven) im-kreis-gerenne unterschiedlichster tiere zugesehen, haben uns beim immer gleichen stolpern und grimassenschneiden diverser clowns gelangweilt. Aber, den kindern gefällts, also gibt man sich’s eben von zeit zu zeit, und meistens ist ja auch irgendwas dabei, das aus dem immergleichen, unspektakulären und langweiligen heraussticht und ganz sehenswert ist.

und diesmal is es natürlich wieder genau so, allerdings mit unerwarteten "höhepunkten"!
wie üblich kommt am anfang der clown, macht blöde witze und versucht die stimmung etwas anzufeuern. Manchmal werden bei derartigen witzchen auch personen aus dem publikum aufgefordert, in die manege zu kommen und sich dort etwas verarschen zu lassen. Naturgemäß werden dabei bevorzugt personen aus den vordersten, am besten gleich aus der ersten sitzreihe ausgewählt. ! - (und alle in der dritten kategorie sehen sich genüßlich grinsend gerächt: „na, das hat er jetzt davon, dass er großkotzig die teuersten karten für die 1. reihe kauft, haha...!“)
als ich mit einer völlig induskutablen sonnenbrille im gesicht, vor mind. 500 johlenden zuschauern den „gangnam-style“ vorführen soll, erkennt v. plötzlich, warum der opa damals immer abgelehnt hat tickets für die erste reihe zu nehmen...!?!

die motorradfahrer in der todeskugelnach der einleitenden clownnummer geht’s dann wie erwartet weiter.
das obligate im-kreis-gerenne ist jedoch durchaus eindrücklicher als früher: der 600kg-wasserbüffel der mit wenigen zentimeter abstand, innerhalb der lächerlich-wackeligen manegenumrandung an einem vorbei rennt lässt den adrenalinspiegel doch um ein kleines quäntchen anschwellen.
die motorradfahrer in der "todeskugel" sind dann noch ein zwar seltsamer, aber jedenfalls spektakulärer höhepunkt zum schluß.
Soll niemand sagen, zirkus sei langweilig, aber so schnell geh ich in kein zirkuszelt mehr rein...!

Montag, 20. Mai 2013

hundert und ein untrügliche anzeichen, dass wir langsam alt werden...#39

pony
...wenn wir hinter müffelnden ponys herlatschen, welche den nachwuchs widerwillig durch die landschaft schleppen.




Dienstag, 30. April 2013

hundert und einuntrügliche anzeichen, dass wir langsam alt werden...#38

...wenn sich die eigenen kinder schon schüttelreime ausdenken die das tendenzielle übergewicht der eltern zum thema haben! (maßlos übertrieben natürlich!)

Donnerstag, 21. März 2013

hundert und ein untrügliche anzeichen, dass wir langsam alt werden...#37

... wenn wir uns daheim mit betonabbrucharbeiten plagen, und dabei ständig von der panik eines drohenden oder gar unmittelbar bevorstehenden nabelbruchs resp. bandscheibenvorfalls begleitet werden!

Dienstag, 5. März 2013

venedig

venice

das erste frühlingswochenende, mit v. in venedig!

Dienstag, 26. Februar 2013

hundert und ein untrügliche anzeichen, dass wir langsam alt werden...#36

... wenn wir bei der sprechstunde im gymnasium ein aha-erlebnis haben (und heute wohl noch ein ernstes gespräch mit dem junior werden führen müssen)!

Montag, 11. Februar 2013

Tougher than the rest

Das familieninterne lobbying in sachen sanfte mobilität zeigt langsam wirkung: der junior will trotz schneelage und minusgraden mit dem rad in den kindergarten kutschiert werden. allerdings, er tut sich auch leicht: er sitzt vorne, eingewickelt in skioveral und wolldecke und genießt die aussicht, während unsereins das lastrad durch schneewechten und über rollsplitfelder pilotiert. Aber die frische luft und das morgendliche work-out haben positive wirkung auf diätplan und gemütszustand, damit ist es jedenfalls eine gute idee die blechkiste heute zuhause zu lassen (und die, zwecks unfallbericht-ausfüllen am straßenrand abgestellten blechschäden bestätigen dies ebenfalls).
Das gesicht mit dem multifunktionstuch verhüllt, den helm im schnittigem winkel am kopf stapft der 6-jährige in den kindergarten hinein wie der größte motorrad-ralley-held seiner zeit und wird von den pädagoginnen mit beeindruckten aahs und oohs begrüßt – der einstieg in die woche könnte schlechter sein!

Freitag, 8. Februar 2013

hundert und ein untrügliche anzeichen, dass wir langsam alt werden...#35

...wenn die ärztin das wort 'altersflecken' beinah nicht aussprechen möchte, selbige dann aber doch mit -170 grad kaltem stickstoff bedüst (aua!).

Montag, 4. Februar 2013

hundert und ein untrügliche anzeichen, dass wir langsam alt werden...#34

... wenn wir losziehen um eine neue kaffeemaschine zu kaufen und dann stattdessen mit einer playstation heimkommen!

Donnerstag, 31. Januar 2013

prolokratie

Auf den ersten blick wirkt das buch ja ganz originell, „demokratisch in die pleite“ und „streitschrift gegen die macht des pöbels“ lässt einiges erwarten: eine launige analyse der gesellschaft aus „Kevins und Jessicas“, die nicht bis vier zählen können, aber wählen dürfen, einen tabubruch mit der political correctness, eine intellektuelle bestätigung der impulse die einen überkommen, wenn man zufällig mal ATV aufdreht...
Ortners befund der derzeitigen politischen verhältnisse lautet: die ungebildete, unreflektierte, ja strohdumme mehrheit der wahlberechtigten wählt nur jene politiker welche die größten sozialleistungen versprechen. Da diese (dumme) mehrheit nicht nur dumm, sondern auch nettoempfänger (im gegensatz zu den wenigen, klugen nettozahlern) der staatlichen gelder ist, wählt sie die demokratie damit zusehends in die unausweichliche pleite. Hier, so Ortner komme die demokratie an ihre grenze. Das „Betriebssystem“ demokratie könne nur funktionieren, wenn „die Verblödung der Mehrheit ein bestimmtes Ausmaß nicht überschreitet“.
Was Ortner leider schuldig bleibt, wäre ein beleg für seine implizite behauptung, dass die mehrheit der wähler nicht nur ungebildet und doof, sondern auch „leistungsfeindlich“ ist. Der schluß, dass die mehrheit der bevölkerung auf niedrigem lohnniveau erwerbstätig ist und daher faul und arbeitsunwillig ist, ist nirgends begründet.
Der oft zitierten zusammengehörigkeit der begriffe Freiheit und Demokratie kann Ortner so gar nichts abgewinnen. Freiheit bedeutet für Ihn offenbar nur wenig (oder keine) steuern zahlen zu müssen. Vergiss meinungs- oder pressefreiheit, religionsfreiheit, eigener lebensentwurf, freie partnerwahl, selbstbestimmung ... schnickschnack! An der abgabenquote ist laut Ortner das wahre ausmaß der freiheit abzulesen!
Als leuchtende gegenbeispiele zu den darniederliegenden systemen in europa nennt Ortner länder wie China, Oman, u.a. Hier sei mitunter kometenhaftes wirtschaftswachstum zu vermerken, ohne demokratie. Die bettelarmen chinesen zb sind völlig undemokratisch zu einigem wohlstand gekommen. Dass der chinesische wohlstand keine mehrheit der bevölkerung, sondern lediglich eine kleine reiche oberschicht erreicht, vergisst Ortner dazu zu sagen. Auch die faktoren, auf deren kosten das wirtschaftswachstum erzielt wurde - Gesundheit, Soziale sicherheit, Ökologie!, Arbeitsrecht usw. - werden mit keinem wort erwähnt.
Zum ende des buches wird’s dann allerdings richtig haarsträubend. Als schlussfolgerung aus dem beschriebenen befund und zur rettung der demokratie schlägt der autor vor – eh klar, die staatlichen leistungen radikal zu kürzen, und den staat zu verschlanken sprich von aufgaben zu befreien. Und welche staatliche aufgabe ist es, die Ortner da als erste (und einzige) einfällt? Das schulwesen! Das schulwesen soll privatisiert werden, damit der staat zum einen die ausgaben spart und andererseits das schulwesen der politischen einflußnahme (und damit der einflußnahme der doofen wähler) entzogen ist ! Nachdem der autor sich 80 seiten lang, teilweise sehr humorig darüber verbreitert, dass die mehrheit der wählerschaft zu doof ist auch nur die einfachsten (politischen) zusammenhänge zu verstehen, endet er nicht mit einer radikalen idee der bildungsreform, gerät das buch nicht zum flammenden appell für mehr und bessere bildung um aus Kevin und Jessica mündige wähler zu machen, nein, das schulsystem soll privatisiert und zum „Produkt“ schule werden (welches sich dann aber wahrscheinlich nur noch die „leistungstragende Minderheit“ wird leisten können) – that’s it!
Gegen ende des buches liebäugelt Ortner noch mit dem vorschlag des ökonomen August von Hayek wonach es wohl besser wäre, „alle Staatsbediensteten und Empfänger von öffentlichen Unterstützungen vom Wahlrecht auszuschliessen“. Abgesehen davon, dass diese idee wohl politisch nicht durchsetzbar wäre, fällt Ortner nichts dagegen zu sagen ein.
Und damit ist wohl auch die eigentliche meinung des Autors offenbart und es wird durchsichtig, für welche tendenz und gedankliche stoßrichtung Ortners buch ausdruck ist: eine kleine Minderheit selbsternannter „Leistungsträger“ erklärt den rest der gesellschaft rundheraus zu sozialschmarotzern und leitet daraus die berechtigung für diktatorische Maßnahmen ab. Ob das unsere unausweichliche zukunft ist?

(prolokratie
von Christian Ortner
erschienen bei edition a)

Montag, 28. Januar 2013

Ian McEwan: Ein Kind zur Zeit

Die geschichte beginnt eigentlich wie ein ganz normaler krimi. In gewohnt nüchterner sprache schildert McEwan wie dem protagonisten Stephen die kleine tochter abhanden kommt. Doch es wäre nicht McEwan, wenn nicht im weiteren verlauf des geschehens mehr und mehr absurditäten auftauchen würden. Bettler brauchen eine Lizenz, ein Spitzenpolitiker baut sich ein Kinder-Baumhaus und lebt darin, Stephen findet sich plötzlich im Zeichenunterricht einer Schule wieder und wird von der Lehrerin zurechtgewiesen,... Die unaufgeregte art der schilderung lässt einen manche groteske im ersten moment gar nicht wirklich wahrnehmen - nochmal einen absatz zurück, wie war das eben? – und dann scheint McEwans welt doch nur eine groteske übertreibung, eine persiflage der unsrigen zu sein. In dieser welt voller grotesken versucht Stephen den Verlust seines kindes zu überwinden, sucht erst ruhelos, manisch die ganze stadt ab, verliert auch noch seine beziehung und wird dann ein gelangweilter, antriebsloser tagträumer. letztlich kommt die geschichte von Stephen und Julie dann zu einem zugleich überraschenden wie erwartbaren ende.
wahrscheinlich nicht unbedingt das beste buch von Ian McEwan, aber jedenfalls zu empfehlen!

eigentlich nicht zum lachen

Der frühere israelische regierungschef ariel sharon liegt seit sieben jahren im koma und wird künstlich am leben erhalten. heute titelt der orf-online: „Hirnaktivität bei Israels Ex-Premier Sharon nachgewiesen“ – zu solch tragischen dingen sollte man zwar keine witze machen, aber: mit dem Nachweis einer Hirnaktivität ist er etlichen österreichischen politikern wohl einen schritt voraus!?

Freitag, 11. Januar 2013

Geteilter stumpfsinn

Facebook tötet jegliche kreativität. Anstatt zu denken oder zu schreiben, oder gar irgendetwas sinnvolles zu tun, öffnen wir lieber zum achtundsiebzigsten mal heute das facebook-app und schauen ob’s etwas neues gibt. Da aber auch alle anderen, anstatt irgendetwas zu denken oder zu schreiben, lieber nur das facebook-app öffnen, gibt es nichts neues, kann es gar nichts neues geben! Es gibt nur neue, weiterkopierte – im facebook heißt das beschönigend „teilen“ – also geteilte halblustige witzchen oder fastlustige bildchens.
Kopiergesellschaft, stumpfsinniges weiterkopierleben. Geteilte sinnlosigkeit. Scheiße! Zeit vergangen, kurz geschmunzelt, idee verloren, denken verhindert, - log out, wieder von vorne anfangen.
Dies ist ein auto-therapeutischer text. Er sollte zum deaktivieren des facebook-apps führen. Wir werden sehen.

weekly wisdom

Niveau ist keine handcreme!

User Status

Du bist nicht angemeldet.

networks

Instagram

visitors

Besucherzaehler

at last

HUNDERT UND EIN UNTRÜGLICHE...
… wenn wir uns einen hochdruckreiniger zulegen (und...
brogdingnagg - 18. Nov, 11:14
finanz-online
am 16. april 2009 wurden mir von meinem zuständigen...
brogdingnagg - 7. Jan, 16:53
HUNDERT UND EIN UNTRÜGLICHE...
... wenn wir uns zuerst breitschlagen lassen und dann...
brogdingnagg - 13. Okt, 14:18
how to make a ... hendlstall
brogdingnagg - 7. Jul, 10:05

contact

brogdingnagg@gmail.com

Status

Online seit 7741 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 18. Nov, 11:14

books


Henning Mankell
Treibsand


Ludwig Winder
Der Thronfolger


Geert Mak
Amerika!


Ian McEwan
Saturday


Eugene McCabe
Tod und Nachtigallen


Ian McEwan
Ein Kind zur Zeit


Sibylle Berg
Ende gut



T. Coraghessan Boyle
Wenn das Schlachten vorbei ist


Craig Thompson
Blankets



Doris Knecht
Gruber geht




Guy de Maupassant
Bel-Ami (insel taschenbuch)


Joan Jara
Das letzte Lied



Edward P. Jones
Die bekannte Welt: Roman


agings
babys
books
celebrations
evenings
films
foods
games
graphics
greens
jokes
listings
nonentities
pets
photographs
politics
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren