Mittwoch, 6. Februar 2008

eigentlich meilensteine

der radiotyp spricht die ganze zeit von 12 meilensteinen obwohl die neue CD des ex-fußballspielers anton polster eigentlich 12 meistertitel heißt. das u-bahn-fernsehen bewirbt die spitzweg-ausstellung und schreibt: der gelernte apotheker wäre heuer 200 jahre alt geworden - wenn er nicht eigentlich schon vor 123 jahren gestorben wäre. und der straßenbahnfahrer spricht von einem stromschaden obwohl er eigentlich einen stromleitungsschaden meint, was wiederum für uns straßenbahnmitfahrer bedeutet, dass wir einen kleinen spaziergang machen müssen um in die arbeit zu kommen.
eigentlich blöd.

... jetzt kommt schon wieder dieser radiotyp und erklärt uns, dass dem jungen hans hölzl seinerzeit von irgendeinem professor ein absolutes gehör adjustiert wurde. und so können wir dem radiotyp eigentlich nur eine ausgeprägte ahnungslosigkeit attestieren.

Dienstag, 5. Februar 2008

Morddeutung

ein "psychoanalyse-thriller"
von jed rubenfeld

Im Winter 1909 besucht Sigmund Freud New York. Rund um die historische Vorlesungsreise hat Jed Rubenfeld seinen Krimi angesiedelt.
Nachdem ein Mord passiert und ein weiterer nur knapp verhindert wird, werden Freud und seine Kollegen in die Ermittlungen verwickelt, mit Hilfe der Psychoanalyse soll der Mord aufgeklärt werden.
Neben der eigentlichen Krimihandlung findet Rubenfeld ausgiebig Gelegenheit, über die Psychoanalyse, ihren Begrüder und ihre Verbreitung zu dozieren, sein Wissen über die New Yorker Gesellschaft der Jahrhundertwende auszubreiten sowie seine profunden Kenntnisse zum New Yorker Stadtplan dieser Zeit durchblicken zu lassen. Und in Summe scheint Rubenfelds Vorhaben, einen Krimi mit Realitätsbezug nach allen Richtungen zu schreiben, der auch noch mit (zumindest beinahe) wissenschaftlicher Schlüssigkeit die Psychoanalyse erklärt, dann doch etwas zu ambitioniert. Die Geschichte ist zwar recht spannend, allerdings doch so konstruiert, dass der Held am Ende seitenlang erklären muss, wer wann was warum getan oder nicht getan hat - und selbst diese Erklärungen sind nicht wirklich überzeugend geschweige denn zwingend – das große „Aha“ bleibt irgendwie aus. Die im Prolog versprochene Antwort auf die Frage nach dem Grund für Freud’s grundlegende Abneigung gegenüber den Vereinigten Staaten bleibt Rubenfeld auch schuldig.
Im Großen und Ganzen ein sapnnender Krimi in angenehmen Erzählton geschrieben, mit einem gewissen Mehrwert (ein bisserl Psychoanalyse für’s laienhafte Halbwissen), allzu viel darf man sich jedoch nicht erwarten…

Freitag, 18. Januar 2008

w. ist gestorben

er war kein kranker, kein patient oder lamentierer, obwohl's ihm oft nicht so gut ging – stand seinen mann, fröhlich und unerschütterlich, fest und geradeaus. niemand hätte daran gedacht, dass es ihn so plötzlich erwischen würde. am montag hat’s ihn erwischt.
erst 49 und schon zwei herzinfarkte hinter sich, beschert durch rauchen und übergewicht – und der letzte herzinfarkt war dann selbst für ihn zu viel.
kein wunder möchte man sagen, er ist nicht sorgsam mit sich umgegangen, hat zu viel gearbeitet, zu viel geraucht, zu viel gegessen, zu viel ärger verdaut – aber jede erklärung ist doch unwichtig und unzureichend. es ist einfach nur traurig und schade um ihn. unbegreiflich, nicht zu glauben, dass er nicht mehr da ist, nicht mehr wiederkommen wird. nicht nur kurz weg, für ein paar tage im krankenstand, oder eine woche auf urlaub. weg. ganz sicher und für immer weg.

Walter L., ein lieber kollege, gestorben am 14.jänner 2008
er war einer von den guten.

Montag, 14. Januar 2008

...

SOS-Ueberwachung

Sonntag, 13. Januar 2008

KälteZone

ein Island-Krimi
von Arnaldur Indridason

freiwillig wäre ich wohl nicht so bald auf die idee gekommen, einen „island krimi“ zu lesen, die aufmachung des buches aus dem bastei lübbe verlag schaut doch ein wenig zu sehr nach drehständer-an-der-supermarkt-kassa-ramsch aus, aber das war jetzt natürlich sehr oberflächlich und vor allem: wenn sich die achtjährige schon extra auf den weg macht, um ein weihnachtsgeschenk für den stiefpapa zu suchen, der so gerne liest und am liebsten spannende krimis, dann muss man sich schon die mühe machen und das geschenkte buch auch bis zum schluss lesen.
und bis zum schluss wäre ich unter „normalen“ umständen nie gelangt. zu mühsam liest sich die geschichte über 400 seiten, in der die orte „kleivarvatn“ oder „háaleitisbraut“ heißen in denen der kommisar erlendur mit kollegin elinborg (namen, die irgendwie besser in „herr der ringe“ passen würden!?) seine ermittlungen führt, zu deprimierend und trostlos ist indridasons sprache, zu uninteressant und unmotiviert ist der erzählte versuch, einen mord aufzuklären, der schon vierzig jahre zurückliegt.
das verzweifelte bemühen des autors, mit zeitsprüngen in den kapiteln, etwas spannung herzustellen, oder der geschichte zumindest ein wenig „drive“ zu geben, misslingt leider völlig. die zusammenhänge sind teilweise sehr konstruiert, das ende ist vorhersehbar, zu plump versucht indridason auf die falsche spur zu lenken... also besser keine island-krimis mehr.
für die achtjährige war‘s natürlich ein super geschenk, danke vielmals, aber im nächsten jahr wünsch ich mir auch etwas so schönes selbst gebasteltes, wie die mama heuer bekommen hat!

Donnerstag, 6. September 2007

sex sells

das firmeninterne brainstorming auf der suche nach einer neuen werbelinie für balkonanlagenbau war kurz:

„oida, wos foilt da bei balkon als erschtes ein..?“



balkon vor der hütte

Donnerstag, 30. August 2007

man gönnt sich ja sonst nichts ...!

der nagelneue wecker


... und die zeiger leuchten sogar im dunkeln! super!

Dienstag, 14. August 2007

Die bekannte Welt

zugegeben, wäre v.’s empfehlung nicht so eindringlich und auch drängend gewesen, ich hätte mich wahrscheinlich nicht aufraffen können, einen roman zur sklaverei im amerika des 19. jahrhunderts zu lesen, aber zum glück …!
in „die bekannte welt“ erzählt edward p. jones von sklaven und von ehemaligen sklaven, die sich freikaufen konnten und selbst zu sklavenbesitzern wurden.
jones „assoziierende“ erzählweise macht einen ganz besonderen reiz des buches aus. der autor verwebt verschiedene erzählstränge miteinander, geht immer wieder mit einzelnen figuren bis zu deren verschwinden oder ende mit, nimmt liegengelassene fäden wieder auf, um aus anderer richtung wieder zu den hauptfiguren zurück zu kehren, schweift wieder ab, springt in der zeit nach vorne oder zurück. dabei ist all das hin und her für den leser leicht mit zu machen, die sprünge und verflechtungen sind keineswegs künstlich oder gar aufgesetzt sondern ergeben sich ganz selbstverständlich, die assoziationen laufen leichtfüßig hierhin und dahin und die geschichte weckt und befriedigt die neugier des lesers gleichermaßen.
das alles wird mit einer bewundernswerten sprachkunst erzählt, in ruhigem, unaufgeregtem, sicheren ton und fluss. die geschichte von moses und den anderen sklaven auf der plantage von henry townsend, welcher selbst ein sklave war, zieht den leser in ihren bann, die brutatlität die den sklaven entgegenschlägt wird ebenso spürbar, wie die aussichtslosigkeit in der sie leben, ohne dass all das allzu explizit beschrieben werden muss.
also, v.’s empfehlung wird ebenso eindringlich weitergegeben: unbedingt lesen! "die bekannte welt" von edward p. jones.

Mittwoch, 27. Juni 2007

memo für nächstes jahr:

während des Donauinselfestes unbedingt auf urlaub fahren!

sich keinesfalls wieder sagen "ah, geh soo schlimm wird der lärm die vier tage lang schon nicht sein, soo unangenehm sind die paar dauerfetten, grölenden halbstarken, die vor unserm haus im auto nächtigen auch wieder nicht, soo lang wummern die autodrom-beschallungsboxen auch nicht in die nacht hinein, nur so bis 1 oder 2 uhr etwa, da werden wir schon schlafen können, irgendwann tagsüber vielleicht ..."

Freitag, 25. Mai 2007

herr b. und die seinen

der nicht nur einschlägig amts-, sondern von zahlreichen eskapaden vielmehr ortsbekannte 43-jährige herr b. wurde kürzlich von einer eilig herbeigerufenen polizeistreife amtsbehandelt, weil er, nach dem genuß größerer mengen apfelwein aus dem ortsansässigen naturprodukteverkauf offensichtlich restlos enthemmt, seiner 53-jährigen nachbarin hilde w. mit den worten „i hau da den fisch in die wamp’n!“ ein aufgeklapptes springmesser präsentierte.
diese bedrohung war der vorläufige und unrühmliche höhepunkt einer schon länger währenden und zusehends eskalierenden leidensgeschichte einiger bewohner der f.straße mit ihrem ungeliebten nachbarn herrn b.
schon vor einigen jahren hatten b. und einige seiner brüder, mit der idee eine kleine spontane familienfeier mit einem privaten feuerwerk zu krönen, die geduld ihrer nachbarn auf die probe gestellt. leider wurde zuvor ausgiebig dem bereits erwähnten naturreinen apfelwein aus dörflichen verkauf zugesprochen, und aus dem nächtlichen freudenfeuerwerk in der beschaulichen siedlung wurde ein nach-mitternächtlicher einsatz der freiwilligen feuerwehr. jene konnte allerdings den hühnerstall der b.s und die nachtruhe der nachbarn auch nicht mehr retten.
kürzlich beschloss herr b. seinen eher devastierten garten hinterm haus etwas zu verschönern oder zumindest einen versuch in diese richtung zu unternehmen. zu diesem zwecke ersuchte er frau e., ihm eines jener jungen wilden marillenbäumchen zu schenken welche in deren garten in letzter zeit mehrfach aufgegangen waren. frau e. stimmte zu, kein problem, sie habe ohnehin keine verwendung für so viele marillenbäume, nur ausgraben müsse sich der herr b. das bäumchen schon selber, dann könne er einen, oder ihretwegen auch zwei der jungen triebe haben. die übergabe der pflanzen erfolgte in frau e.’s abwesenheit und herr b. dürfte deren zusage irgendwie missverstanden haben, denn als frau e. nach einigen tagen in ihren garten zurückkehrte, waren dort, wo noch vor einigen tagen diverse blumen geblüht, kleinere sträucher gewuchert oder junge triebe gewachsen waren, nur noch löcher im boden zu sehen. – etliche, im benachbarten garten von b. wachsende planzen erkannte frau e. als bis vor kurzem im eigenen garten ansässig.

zuletzt lenkte herr b. dann sein skuriles talent wieder auf die andere gartenseite, eben in richtung der w.s, gegen welche er seit langem einen gewissen groll hegt. so kam es, dass b. einen gefinkelten plan ausheckte, um den verhassten nachbarn so richtig „eins reinzuwürgen“. eines morgens befanden sich in w.’s garten zahlreiche abgenagte hühnerknochen im gras. von frau w. auf die herkunft der knochen befragt, beschuldigte b. die nachbarin lautstark, einige seine hühner entwendet und kaltblütig dahingemeuchelt zu haben, der beweis dafür liege hier vor aller augen auf dem w.’schen rasen verstreut. im zuge dieser diskussion fiel dann besagter satz mit dem „fisch“ und der „wampn“. detail am rande: auch im zwei gärten weiter gelegenen schwimmbecken der p.’s wurde ein angenagtes hühnerbein aufgefunden, offenbar war b. zu beginn seiner beweismittelverteilung doch etwas zu kraftvoll zu werke gegangen.
im zuge der amshandlung wurde herr b. von den beamten seines springmessers entledigt und bis zur vollständigen ausnüchterung in der örtlichen polizeistation in gewahrsam genommen.

Donnerstag, 24. Mai 2007

heute, völlig umsonst

wenn ansonsten recht träge und schlafmützige passanten in der frühmorgendlichen ubahnstation plötzlich einen haken schlagen, einem völlig unvermutet in die quere und beinahe über den sprichwörtlichen haufen rennen, nur um sich allesamt eilig in eine abseits liegende ecke zu drängen, so kann mit einiger sicherheit davon ausgegangen werden, dass sich inmitten/unter dem zusammendrängenden fahrgastknäuel der „Heute“-spender befindet. ob volkschulkind oder rentner, ob ipod-hörer oder aktenkofferträger, ob lederjackenheini mit tschick-atem oder schicki-micki-mammi mit markenkinderwagerl, alle reißen sich wie wild um die kostenlose ubahnzeitung. warum? der flüchtige blick ins gratis-exemplar des sitznachbarn genügt bereits um eine menge weiterer fragen aufzuwerfen: „Bevölkerungszahl durchbricht die 8,3 Millionen-Schallmauer!“ lautet eine Schlagzeile von heute. der sitznachbar, vermeintlich aus einer jener „Balkan-Nationen“ gebürtig, welche von „heute“ als für das „Wachstum im Rekordtempo“ hauptverantwortlich identifiziert wurden, war offenbar nicht so sehr daran interessiert, ob der knall beim durchbrechen der „8,3-Mio.-Schallmauer“ ähnlich ohrenbetäubend sein wird, wie jener beim durchbrechen der 8,275-Mio.-Schallmauer, oder ob anlässlich dieses jahrhundertereignisses womöglich gar eine lärmschutzwand errichtet werden soll, …und blätterte weiter.
Neuer Umweltschock, jedes sechste Tier stirbt aus!“ – wie halten die leute das alle aus, ein derartiger thrill schon am frühen morgen - ganz österreich demnächst ein einziger friedhof der kuscheltiere? – völlig mit den nerven am ende, ist der sitznachbar ausgestiegen, hat „Heute“ irgendwo fallen gelassen und ist nach hause gerannt, um zu sehen ob die tiere alle noch leben, oder ob die katze schon ausgestorben ist…!?!

Dienstag, 15. Mai 2007

die nackten und die toten

der amerikaner norman mailer (geb. 1923) war sechs mal verheiratet und hatte neun kinder, trotzdem schaffte er es nebenbei irgendwie auch noch bücher zu schreiben. sein erstes und eines der erfolgreichsten heißt „die nackten und die toten“ und zählt angeblich zu den besten erzählwerken über den zweiten weltkrieg – was hier keinesfalls bestritten werden soll!
mailer, selbst als soldat im krieg gegen japan im einsatz, schildert den kampf um die fiktive pazifikinsel anopopei und entwirft damit ein großes, prall gefülltes panorama des krieges in seiner ganzen schrecklichkeit und perversion, ohne sich allzusehr mit der blutrünstigen beschreibung von kampfhandlungen zu begnügen.
vielmehr beschreibt mailer die erlebnisse von 13 soldaten eines infantriezuges, deren kampf ums durchhalten, deren angst und zorn, deren verrohung und sehnsucht und deren sterben.
daneben stellt der autor die perspektive des befehlshabers general cummings, der getrieben von der angst um die eigene karriere und geblendet von macht und erfolg seine zynische strategie immer weiter treibt. während die einfachen soldaten damit beschäftigt sind, zu überleben und sich dabei nicht die hosen voll zu scheißen spielt der general sadistische spielchen der eitelkeit mit seinem ordonanzoffizier leutnant hearn. zwischendurch wird in kurz gefassten rückblenden, „im zeitraffer“ die vor-geschichte der handelnden personen gezeichnet, und damit deren charakter portraitiert und greifbar gemacht.
zugegeben, der umfang des buches wirkt zu beginn doch eher abschreckend, aber - wie so oft – hat man einmal in die geschichte hineingefunden, ist sie nach 850 seiten immer noch zu früh zu ende. kurz gesagt: eindringliche empfehlung für norman mailer, die nackten und die toten

Donnerstag, 26. April 2007

erkenntnis

b. erzählt von einem bekannten, der weiß, dass der tumor in seinem kopf ihn in wenigen wochen töten wird. sein sechs monate alter sohn wird sich nie an seinen vater erinnern können. der vater muss sein kind für immer alleine lassen.

sobald man kinder hat wird die möglichkeit des eigenen todes
zu einer viel größeren bedrohung.

Dienstag, 27. März 2007

ich hab eindeutig den falschen job...

pressekonferenzen organisieren, das wäre mein traumjob. nicht weil pressekonferenzen veranstalten so eine abendfüllende und intellektuell fordernde tätigkeit wäre, das wahrscheinlich nicht, aber mit den 96.000 euro die man von in österreich für die veranstaltung einer einzigen pressekonferenz offenbar verlangen kann, könnte unsereins locker ein jahr leben, oder auch zwei…
gibt’s umschulungen auf „pressekonferenz-veranstalter“ beim ams?

User Status

Du bist nicht angemeldet.

at last

leider kann in dem fall...
leider kann in dem fall nicht mal von ungerechtigkeit...
brogdingnagg - 13. Feb, 09:06
Fragen sie sich auch...
Fragen sie sich auch ab und zu über Leben und...
RokkerMur - 12. Feb, 18:05
eigentlich meilensteine
der radiotyp spricht die ganze zeit von 12 meilensteinen...
brogdingnagg - 7. Feb, 08:01
Morddeutung
ein "psychoanalyse-thriller" von jed rubenfeld Im...
brogdingnagg - 5. Feb, 17:03

Status

Online seit 1187 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 13. Feb, 09:06

Credits

books


Vladimir Sorokin, Andreas Tretner
Der Tag des Opritschniks



Edward P. Jones, Hans-Christian Oeser
Die bekannte Welt. Roman






Gerhard Roth
Das Labyrinth


Werner Kofler
Triptychon


Peter Stamm
Blitzeis


Konrad Seitz
China

babys
books
celebrations
films
foods
games
graphics
greens
nonentities
pets
photographs
politics
religions
sadness
trains
vacations
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren