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Mittwoch, 28. September 2005

das labyrinth

der see, der plan, der berg, der strom und jetzt das labyrinth als fünfter teil des zyklus’ orkus von gerhard roth.
- bin ein wenig ratlos. soll ich das buch jetzt loben oder mich darüber ärgern? einerseits ist die geschichte rund um den hofburgbrand, den psychiater heinrich pollanzy und dessen pyromanischen patienten philipp stourzh doch spannend, brandstiftung, mordversuch, erotische verstrickungen und historie – kommt alles vor. die wechselnde perspektive zwischen den vier ich-erzählern war vermutlich (auch) titelgebend und ist durchaus reizvoll, auch die zahlreichen dokumentarischen abschnitte über kaiser karl, die wiener hofburg u.a. sind nicht uninteressant, andererseits ist das ganze dann teilweise doch wieder sehr gedehnt und gestreckt, soviel wollte ich über fernando pessoas pseudonyme dann doch nicht lesen, und auch nicht über lissabon. dazu noch endlos lange fußnoten (in einem roman?) – in summe also eine unentschlossene empfehlung – schöne sprache, gute geschichte aber man/frau braucht schon durchhaltevermögen um bis zum ende zu lesen.

big brother

das leben im container ist voller entbehrungen - und überhaupt nicht so, wie man es aus containersendungen diverser televisionärer unterhaltungsprgramme zu kennen glaubt. - die kaffeemaschine ist verdreckt, es ist saukalt, der micky-maus-heizkörper scheint eher für räume in der größenordnung einer telefonzelle geeignet zu sein, der nächste sanitärraum ist hundert meter entfernt, dort blubbert ausschließlich wasser aus der leitung, das wohl vorher durch irgendwelche unbekannten anlagenteile fließen muss und somit nur "brunzerlwarm" zu entnehmen ist, am abend kommt keinerlei putzpersonal, das hinter der schwer gestressten belegschaft (?) den mist wegräumt, der kaffeeautomat verlangt für jeden fingerhut espresso ein fürstliches salär von 50 cent, die einzigen leidensgenossen in dieser funierverkleideten eishöhle heißen alle "HP" und kommunizieren ausschließlich über display, beim fenster glotzen pausenlos irgendwelche, in großen orangen lastern sitzenden transportunternnehmer herein und offenbar wurde der container, allen feng-shui- und sonstigen überlegungen zum trotze, mitten auf eine wasserader gestellt, was einen ständigen harndrang zur folge hat (also wieder hundert meter hin und dann wieder zurück, siehe oben).
und außerdem: keine großbusigen blondchens, mit dezent tätowiertem arschgeweih am steiß, die sich in bauchfreien t-shirts und kurzen hosen am sofa räkeln und die mitbewohner mit irgendwelchen doofen schwafeleien unterhalten - wie sonst in containern ja offenbar üblich -
also merke: big brother zeigt NICHT das richtige leben! schade eigentlich.

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brogdingnagg - 15. Jul, 08:47
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am anfang war die idee... ... dann war's eine...
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